Schadenersatz

1200€-Retax: Chef zerrt PTA vor Gericht Patrick Hollstein, 29.08.2018 10:11 Uhr

In zweiter Instanz gab auch das Landesarbeitsgericht der Angestellten recht – und ihrem ehemaligen Chef eine ordentliche Watsche mit. „Für sämtliche bestrittene Behauptungen des Klägers fehlt es an jedwedem Beweisantritt“, so die harsche Kritik der Richter. Noch nicht einmal die angebliche schriftliche Belehrung habe der Apotheker vorgelegt; vielmehr habe er im Prozess plötzlich behauptet, dass er der PTA überhaupt keine Abzeichnungsbefugnis erteilt habe. „Stellt eine Partei mehrere einander widersprechende Behauptungen auf, ohne den Widerspruch zu erläutern, so kann von keiner dieser Behauptungen angenommen werden, sie sei richtig.“

Alleine der Umstand, dass sich auf dem Rezept nur das Namenskürzel der PTA befand, sei noch kein Beweis, dass die Angestellte das Rezept keinem Apotheker vorgezeigt, die falsche Menge bestellt oder das Rezept in einen roten Umschlag gesteckt und in den Safe gelegt hatte. Auch dass der Patientin bei der Abholung die falsche Stückzahl ausgehändigt worden sei, sei damit nicht bewiesen.

Doch selbst wenn der PTA – die, wie die Richter betonen, noch keinen Monat in der Apotheke beschäftigt und in der Probezeit war – der Fehler tatsächlich unterlaufen sein sollte, wäre dem Apotheker ein „erhebliches Mitverschulden“ anzulasten. Denn dass bei der Abgabe von bestellten Medikamenten kein Abgleich mehr mit dem Rezept stattfindet, sah das Gericht im konkreten Fall als Organisationsverschulden.

Im Übrigen müssten Arbeitnehmer nur in begrenztem Umfang für eigene Fehler haften. „Umstände, die den Vorwurf eines vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verhaltens der Beklagten begründen könnten, liegen nicht vor und sind vom Kläger nicht ansatzweise dargelegt.“

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