Zahnärzte beim Kampf um Nachwuchs vorn

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Im Gegensatz zu den ZFA-Stellen ist die Zahl der aufgenommenen PKA- und PTA-Ausbildungen in den vergangenen Jahren rückläufig. Sank deutschlandweit die Zahl die PKA in Ausbildung zwischen 2015 und 2017 von 3724 auf 3626 (minus drei Prozent), reduzierte sich die Zahl der PTA im Praktikum im selben Zeitraum von 2117 auf 2076 (minus zwei Prozent). Einen Anstieg von fünf Prozent konnte dagegen bei den Pharmazeuten im Praktikum verzeichnet werden.

Die Nachwuchsprobleme bei PKA und PTA sind in der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) bekannt. Ein Blick in die AKWL-Stellenbörse reiche, um das Dilemma zu überblicken, so ein Kammer-Sprecher. Dort stehen aktuell 276 PKA- und PTA-Stellenangeboten nur 43 Jobsuchen gegenüber. Bei den Ausbildungsplätzen beträgt das Verhältnis gar 22 zu 2. Immerhin sei die Zahl der PKA-Azubis seit Jahren stabil. In den nächsten Jahre werde es in Westfalen-Lippe zudem mehr Schulabgänger geben, was den Berufen zugute kommen soll. Die AKWL sei jährlich auf knapp 90 Messen mit jeweils zwei bis drei Ständen vertreten, um für die Ausbildung in der Apotheke zu werben, verdeutlicht die Kammer ihre Bemühungen.

Dennoch habe der Arbeitsplatz Apotheke an Glanz verloren. Gesetzesinitiativen sollen hier nachhelfen. So empfahlen die Ausschüsse des Bundesrates, die PTA-Ausbildungsdauer auf drei Jahre auszuweiten und den Azubis von Tag eins an eine Ausbildungsvergütung zu zahlen. Das Schuldgeld müsse dringend abgeschafft werden. Andernfalls sei der Beruf im Kampf um Nachwuchskräfte nicht konkurrenzfähig. Die Bundesregierung hingegen beließ in ihrer PTA-Ausbildungsreform die Ausbildungsdauer bei zweieinhalb Jahren mit zweijährigem Schulanteil. Die ABDA hält dies für ausreichend und kritisiert den Vorstoß des Bundesrates.

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