„Wer gegen Grippe impfen kann, kann auch gegen Corona impfen“

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Diejenigen Apotheker, die bereits geimpft haben – es sind mittlerweile mehrere hundert – seien außerdem entsprechend zertifiziert und könnten sofort zur Tat schreiten. „Hat ein Apotheker bereits die Schulungen für die Durchführung von Grippeimpfungen erfolgreich durchlaufen, braucht es meiner Auffassung nach keine erneute Schulung für Corona-Impfungen“, so Preis. Als studierte Heilberufler seien Pharmazeuten durchaus in der Lage, sich auch das Wissen über neue Impfstoffe selbst anzueignen.

Allerdings: Es sei eine politische Frage, die letztlich nicht von der Apothekerschaft entschieden wird. Es bedürfte dazu eines grundlegenden politischen Beschlusses der Bundesregierung, erinnert Preis. Entsprechend bedeckt halten sich auch andere Verbände. „Dazu gibt es noch keine verbandsinterne Willensbildung, das war bisher kein Thema. Was man sagen kann: Zum aktuellen Stand gilt es erst einmal, die Regelversorgung sicherzustellen“, heißt es dazu aus Bayern. Die Abda zeigt sich ebenfalls vorsichtig. „Nach wie vor bestehen die Engpässe nicht beim impfenden Personal, sondern bei den Impfstoffen. Ob die personellen Kapazitäten der Ärzteschaft die Nachfrage der Bevölkerung unterschreiten, wenn deutlich mehr Impfstoffe zur Verfügung stehen, bleibt abzuwarten. Schließlich beteiligen sich jetzt neben den Impfzentren auch zehntausende Arztpraxen an der Impfkampagne“, so ein Sprecher auf Anfrage.

Außerdem sei die Zielstellung eine andere, denn regionalen Modellprojekte zu saisonalen Grippeschutzimpfungen in Apotheken zielten darauf ab, „Menschen zu erreichen, die das ärztliche Impfangebot nicht wahrnehmen wollen oder können, um damit die Durchimpfungsrate weiter zu erhöhen“, so die Abda. „Die Situation bei Covid-19 unterscheidet sich natürlich erheblich von der bei Influenza. Aber wenn es im Verlauf der Pandemie zu Engpässen bei den Impfkapazitäten kommen sollte oder weiteren Bevölkerungsgruppen ein niedrigschwelliges Impfangebot gemacht werden muss, um einen möglichst umfassenden Impfschutz zu erreichen, dann bleibt die Apothekerschaft hier natürlich genauso ansprechbar, wie sie es bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln, der Verteilung von Schutzmasken oder Durchführung von Antigen-Schnelltests war.“

 

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