Wenn der Apotheken-Kühlschrank ausfällt

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Ein klassisches Beispiel aus Jeinsens Alltag: Am Freitagabend sieht das Unternehmen noch perfekt aus – am Montag morgen ruft die Apothekerin verzweifelt bei ihrem Versicherungsmakler an. Der Kühlschrank ist übers Wochenende ausgefallen. Das hat natürlich niemand bemerkt, weil niemand da war. Wer Michael Jeinsen beauftragt, erhält einen peniblen Check sämtlicher Versicherungsunterlagen. Und die ersten Fragen zum Thema Kühlschrank lauten: „Ist der Kühlschrankinhalt überhaupt versichert – und wenn ja, gegen welche Gefahren? Wie viele Euro sind versichert? Wie viel Warenwert enthält der Kühlschrank maximal?“

„Die Anforderungen an eine apothekengerechte Versicherung ändern sich oft“, sagt er und rät zu einem Check im Jahres-Rhythmus. Eines der Angstwörter für Nicht-Experten ist immer die Unterversicherung. Damit ködern nicht ganz so koschere Versicherungsmakler ihre Kunden und verleiten sie gelegentlich zur Überversicherung – letztlich auch ein finanzielles Risiko.

„Obwohl die Zeitwertregel auch vorher schon in den Bedingungen niedergelegt war, konnten Versicherungsnehmer bis ins Jahr 2000 darauf vertrauen, dass alle im Gebrauch befindlichen und ordnungsgemäß gewarteten Betriebseinrichtungen stets zum aktuellen Neuwert ersetzt wurden. Denn bis zu diesem Zeitpunkt fand die sogenannte ‚Goldene Regel‘ Anwendung, die fast alle Mitglieder des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft einvernehmlich anerkannt haben“, erläutert Jeinsen. Der Fallstrick: „Der GDV hat diese Empfehlungen im Folgejahr wieder zurückgezogen, weil viele Gesellschaften das Risiko nicht mehr tragen wollten. Ist also ein Apothekeninhalt zu Bedingungen ab 2001 zum Neuwert versichert, so muss das trotzdem nicht für Inhalte gelten, deren Zeitwert unter 40 Prozent gesunken ist.“

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