Valsartan-Rückrufwelle

„Ich bin sauer auf die ABDA“ Silvia Meixner, 06.07.2018 13:56 Uhr

Berlin - Hilferuf von Thomas Moucha von der Elefanten-Apotheke in Nettetal-Schaag: „Seit zwei Tagen versuche ich, mich über die ABDA-Startseite einzuloggen, um auf die AMK-Meldungen zuzugreifen. Es kann doch nicht sein, dass eine Standesorganisation eine derart schlechte Internetanbindung für ihre Mitglieder hat!“ Er ist stinksauer und fühlt sich von seiner Standesvertretung im Stich gelassen.

Derzeit gibt es in deutschen Apotheken nur ein Thema: Wie geht man mit den Valsartan-Rückrufen um? Was soll man den Patienten raten? „Man ist als Apotheker in so einer Situation doch darauf angewiesen, auf aktuelle Informationen zugreifen zu können“, kritisiert Moucha. „Die ABDA muss doch darauf achten, dass die Kapazitäten mit entsprechenden Puffern mehr als ausreichend ist“, schreibt er und fügt dieser Forderung fünf Ausrufezeichen hinzu.

„Und wenn es mal Serverprobleme gibt, müssen sie es melden. Die ABDA ist eine Standesorganisation, auf die 20.000 Apotheker zugreifen müssen. Ich habe heute morgen unser Warenlager durchforstet, muss zeitnah reagieren und kann auf die Daten der AMK nicht zugreifen. Man fragt sich doch, was los ist und warum.“ Erst heute Mittag schaffte er es einmal, sich einzuloggen.

Warum das Thema Valsartan nur in den Fachmedien ein Thema ist, kann er nicht nachvollziehen: „Das muss doch in die Tagesschau. In der Öffentlichkeit ist dieses Problem überhaupt kein Thema. Und es betrifft einen großen Teil der Generika. Wir wissen, dass Medikamente, die in China oder Indien gefertigt werden, nicht die Reinheit haben, die wir gewohnt sind.“ Die Werte liegen bei „82 Prozent aufwärts“. Moucha sagt: „In Europa hergestellte Arzneimittel haben eine Reinheit zwischen 98 und 99 Prozent.“

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