Anti-Korruptionsgesetz

VFA: Mehr Transparenz bei Arztgeschenken dpa/APOTHEKE ADHOC , 09.11.2015 14:57 Uhr

Berlin - Die forschenden Pharmahersteller und ihr Verband VFA wollen vom kommenden Jahr an offenlegen, welche Zuwendungen sie Ärzten zukommen lassen. 2016 beginne die „heiße Phase“ der Transparenz-Initiative, sagte VFA-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Dann solle im Internet durch die Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) nachvollziehbar sein, welches der an der Initiative beteiligten Unternehmen welchem Arzt welche Zuwendungen gegeben habe. 

Die Unternehmen seien verpflichtet, ihre Zuwendungen zu veröffentlichen. Die Beteiligung der Ärzte sei jedoch freiwillig. Wenn Ärzte anonym bleiben wollten, würden vonseiten der Pharmaunternehmen die Zuwendungen nur als Sammelangaben offengelegt.

Verstoße ein Unternehmen gegen den Kodex, drohten Strafen zwischen 5000 und 200.000 Euro, erläuterte FSA-Geschäftsführer Holger Diener. Das Geld solle an gemeinnützige Einrichtungen gehen. Gemeldet werden können vermeintliche Verstöße sowohl von den Unternehmen untereinander als auch von Ärzten, Patienten und anonym.

Die Weiterentwicklung des Kodex geschieht auch mit Blick auf das Anti-Korruptionsgesetz, das an diesem Freitag in erster Lesung im Bundestag behandelt wird. Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen sollen künftig mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.
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