Verblisterung

Holdermann: Blister machen gesünder APOTHEKE ADHOC, 12.10.2015 11:02 Uhr



Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus Sicht des LAFIM aus den zusammen mit den betreuenden Apotheken erstellten Medikationsplänen. Die Arzneimittelabgabe sei somit für Patienten, Pflegekräfte und Angehörige jederzeit transparent. Folgebehandlungen aufgrund von Fehlmedikation oder mangelnder Therapietreue seien auf dem Rückzug.

Apotheker und Ärzte aus Sachsen hatten in der vergangenen Woche kritisiert, dass die industrielle Zweit- und Neuverblisterung von Arzneimitteln keine Vorteile bringe. Es lägen kaum objektive Daten darüber vor, ob und inwieweit die Verblisterung die Arzneimitteltherapiesicherheit tatsächlich verbessere oder die Gesamtkosten reduziere. Allerdings sehen die Heilberufler die Gefahr, dass Darreichungsformen wie Säfte, Zäpfchen, Salben oder Schmerzpflaster zugunsten verblisterter Arzneimittel ersetzt würden.

Die Apotheker warnten weiterhin, dass es keine gesicherten Informationen über die Stabilität geteilter Arzneiformen gebe. Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer (SLAK) und der ABDA, gab zu bedenken, dass die abgebende Apotheke wichtige Sicherheitsmerkmale auf den Originalpackungen nicht mehr kontrollieren könne. Die Ärzte sahen vor allem kritisch, dass kurzfristige Therapieumstellungen erschwert würden und das Wissen im Umgang mit Arzneimitteln verloren gehe.

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