Valsartan: Hersteller gewinnen vor Gericht

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Die fünfjährige Einnahmedauer der Verstorbenen konnte demnach nicht ausreichen, um den Krebs zu verursachen. Auch ihre Erkrankung selbst spreche gegen die Valsartan-These: Das bei ihr festgestellte Karzinom sei bereits so groß gewesen, dass es schon bestanden haben müsse, bevor sie mit der Einnahme von Valsartan begonnen hatte. Die Entscheidung des Gerichts am Mittwoch kam deshalb wenig überraschend. „Sie reiht sich ein in die zahlreichen Urteile, bei denen Mandanten trotz der im Gesetz vorgenommenen Beweiserleichterung immer noch große Schwierigkeiten haben, eine Kausalität nachzuweisen“, sagt Rechtsanwalt Melcher.

Der nun in Konstanz entschiedene Fall ist nicht der einzige, in dem der Valsartan-Skandal aufgearbeitet wird. So steht beispielsweise AbZ in Frankfurt vor dem Oberlandesgericht, weil eine Patientin dem Hersteller vorwirft, für ihre Krebserkrankung verantwortlich zu sein. Vor dem Landgericht München II wiederum fordert ein ehemaliger Pharmareferent eine Million Euro Schadenersatz von Hexal, weil er den Hersteller für seine Krebserkrankung verantwortlich macht. Das Landgericht Frankfurt (LG) hatte die Klage zuvor abgewiesen, doch in einem Teilurteil hat das OLG den Hersteller zur „Auskunft über bekannte Wirkungen und Erkenntnisse verurteilt, die für die Bewertung der Vertretbarkeit schädlicher Wirkungen von Valsartan von Bedeutung sein können, soweit diese u.a. Krebserkrankungen betreffen“.

Ebenfalls bereits entschieden ist der Fall einer Klägerin, die überhaupt nicht an Krebs erkrankt war. Sie berief sich darauf, seit Bekanntwerden der Verunreinigungen unter einer Angststörung samt Panikattacken und Schlafstörung zu leiden. Sie konnte nicht einmal nachweisen, verunreinigte Chargen erhalten zu haben. Entsprechend hat das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden: Der Hersteller könne nicht in Haftung genommen werden.

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