Arzneimittelverunreinigungen

Valsartan: Die erste Zivilklage Tobias Lau, 20.02.2019 12:16 Uhr

Bereits vergangenen August hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA eine erste Einschätzung zum Krebsrisiko durch die Valsartan-Verunreinigungen veröffentlicht und war zur Einschätzung gelangt, dass „kein unmittelbares Patientenrisiko“ bestehe. Damals war die Rede von einem zusätzlichen Krebsfall unter 5000 Patienten, die über einen Zeittraum von sieben Jahren täglich mit der höchsten Valsartan-Dosis von 320 mg behandelt werden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA kam kurz zuvor in einem ähnlichen Bewertungsverfahren zum Ergebnis von einem zusätzlichen Krebsfall unter 8000 Patienten.

An anderer Stelle ist der Versuch einer juristischen Aufarbeitung des Valsartan-Skandals bereits gescheitert. Am 15. Februar wies die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth die Anzeige einer Patientin gegen Mylan und 1A Pharma ab. Eine Frau aus Nürnberg hatte die beiden Unternehmen wegen Körperverletzung angezeigt, „da sie ein Blutdruckmittel vertrieben haben sollen, welches mit potentiell krebserregenden Substanzen verunreinigt gewesen sein soll“, drückt es die Staatsanwaltschaft aus.

Von der Einleitung eines Ermittlungsverfahren wegen verfolgbarer Straftaten werde jedoch abgesehen. Dieses sei nämlich laut Strafprozessordnung nur dann einzuleiten, wenn tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen, die es „nach den kriminalistischen Erfahrungen als möglich erscheinen lassen, dass eine verfolgte Straftat vorliegt“. Das sei nicht der Fall. Denn durch eine „bloße Rückrufaktion“ könne weder auf eine vorsätzliche, noch auf eine fahrlässige Körperverletzung durch den Vertrieb des Medikaments geschlossen werden. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die beiden Unternehmen Kenntnis von den Verunreinigungen gehabt haben oder hätten haben müssen. Etwaige zivilrechtliche Ansprüche – wie sie die Patientin aus Baden-Württemberg nun erhebt – werden durch die Entscheidung nicht berührt.

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