TK und Glaeske kalkulieren Arzneimittelpreise

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„Unsere Berechnungen mit dem AIM-Modell zeigen, dass die tatsächlichen Arzneimittelpreise derzeit bis zu 13-mal so hoch sind wie sie fairerweise sein sollten“, so Glaeskes Fazot. „Auf den Umsatz gerechnet ergibt das überschüssige Kosten in Höhe von etwa 173 Prozent für patentgeschützte Arzneimittel – etwa 13 Milliarden Euro pro Jahr, die die gesetzliche Krankenversicherung, basierend auf dem AIM Fair Pricing Calculator, einsparen könnte.“

TK und Uni Bremen bewerten das Modell als „Bereicherung in der Diskussion um faire Arzneimittelpreise“. Neben dem AIM-Modell brauche es aber weitere Reformen und mehr anwendungsbegleitende Datenerhebung, um den Patientennutzen einer Therapie besser bewerten zu können, so Glaeske.

Schließlich beschreiben die Autoren noch drei „alarmierende“ Fälle im Kontext der freien Preisbildung, die „unseriöse Geschäftspraktiken der jeweiligen Akteure“ belegten: So habe ein Hedgefonds nach der Übernahme des Medikaments Daraprim die Preise von 13,50 auf 750 US-Dollar je Tablette erhöht – der Verantwortliche musste sich vor Gericht verantworten. Aspen habe nach der Übernahme der Lizenzen für generische Wirkstoffe zur Krebstherapie deren Preise um 300 Prozent erhöht – und ein Kartellverfahren der EU verloren. Und Gilead habe Sovaldi mit einem Preis von 700 Euro je Tablette auf den Markt gebracht – und damit eine Diskussion um die solidarische Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens in Gang gesetzt.

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