Brandenburg

„Tacheles“: Kammer redet der Landespolitik ins Gewissen Tobias Lau, 04.02.2019 13:27 Uhr

Doch die LAK will bei der Politik kein Mitleid erhaschen, sondern hat auch ein konkretes Anliegen, das sie transportieren will: Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, muss das Land selbst welche ausbilden, ist die Forderung. Das gilt nicht nur für PTA und PKA – die einzige Ausbildungsstätte ist Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe in Eisenhüttenstadt mit rund 25 Absolventen im Jahr. Vor allem bei den Apothekern herrscht Nachholbedarf, denn Brandenburg ist neben dem kleinen Bremen das einzige Bundesland, in dem man nicht Pharmazie studieren kann.

Seit Jahren setzt sich die Kammer dafür ein, dass sich das ändert. Am mangelndem Interesse der Hochschulen scheitere es nicht, das sei da, beteuert Kammerpräsident Jens Dobbert im Interview. „Leider sind wir – gerade vonseiten der Politik – immer wieder auf Barrieren bezüglich der Etablierung eines Studiengangs gestoßen“, so Dobbert, der aus eigener Erfahrung weiß, wie sich der Fachkräftemangel anfühlt. Ende vergangenen Jahres kam immerhin ein wenig Bewegung in den Streit, nachdem SPD-Wissenschaftsministerin Martina Münch angekündigt hat, sich für einen Pharmazie-Standort Brandeburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg einzusetzen. Nun sieht die Kammer offenbar den Bedarf, an dem Punkt weiter Druck zu machen.

Auch hier setzt sie die Apotheker in den Kontext der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Wie zuvor im Ruhrgebiet liegt auch in der Lausitz der Strukturwandel in der Luft. Die alten Kohlereviere werden abgewickelt, nachhaltige Wirtschaftszweige müssen her, am liebsten die Wissenschaft. Schon heute sei die Dichte von Universitäten und Forschungseinrichtungen im Umkreis von Berlin und Brandenburg im europäischen Vergleich hoch. „Die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie der weitere Ausbau von Forschungs- und Entwicklungsstandorten sind wichtige Säulen des Strukturwandels für die Region“, begrüßt das die Kammer. „Was unserer Meinung nach fehlt, ist der große Bereich der Pharmazie – sowohl für die Forschung und Entwicklung als auch für die spätere Arbeit in den Apotheken.“

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