Seyfarth: Apotheken prädestiniert für Impfkampagne

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Seyfarth erwarte deshalb von der Politik zügig entsprechende Regelungen, um den Weg für Impfungen in den Apotheken zu öffnen: „Impfungen sind der einzige Weg aus der Pandemie. In anderen Ländern sind sie längst Alltag in Apotheken. Die hessischen Apotheken können mehr Verantwortung für ihre Patienten übernehmen und – über die Verteilung von Masken und dem Angebot von Tests hinaus – sie vor dieser schrecklichen Erkrankung schützen.“

Dass es dazu allzu schnell kommt, ist allerdings unwahrscheinlich. Am Montag hatte Spahn Forderungen nach der Einbeziehung der Apotheker in die Impfkampagne eine vorläufige Absage erteilt. Erst wenn man in die Situation komme, dass die Ärzte es nicht mehr schafften, müsse man darüber nachdenken, wie man auch andere Heilberufler vorübergehend einbinden könne – dahingehend deckt sich Spahns Auffassung zwar noch mit den Äußerungen von Kammern und Verbänden. Allerdings: „Momentan sehe ich den Bedarf nicht, sodass wir weiter Erfahrungen aus den Modellprojekten zur Grippeimpfung sammeln.“ Spahn verwies auf die „sehr kontroverse“ Diskussion, die bereits darüber zwischen den Heilberufen entbrannt seien. „Bei den Corona-Impfungen gibt es derzeit ausreichend impfwillige Ärzt:innen, sowohl in den Praxen als auch in den Impfzentren“, so der. Minister.

Kritisch sei nach wie vor die Menge an Impfstoff, auch wenn es schon deutlich mehr sei und immer mehr werde – in dieser Woche erstmals drei Millionen Dosen. Vorerst wolle er es daher dabei belassen, dass nur Ärzt:innen impften, so Spahn. „Es geht auch nicht nur darum, wer den Stich setzt“, so Spahn mit Verweis auch auf Forderungen, Tier- und Zahnärzt:innen einzubeziehen. Auch die Anamnese und Aufklärung seien wichtig und dass die Impfungen durch Mediziner:innen begleitet und verantwortet würden. Gerade bei einer staatlichen Impfkampagne sei die Sicherheit sehr wichtig, zumal die Impfstoffe allesamt auch Nebenwirkungen hätten.

Zwar sollen Apotheker:innen zunächst nicht impfen, einen Impfnachweis sollen sie jedoch schon bald ausstellen dürfen. Denn im neuen Infektionsschutzgesetz ist vorgesehen, dass der digitale Impfausweis nicht nur in Impfzentren und Arztpraxen, sondern auch in Apotheken ausgehändigt werden soll.

 

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