Rx-Versandhandel

Plan C: Ideen gegen das EuGH-Urteil

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Notdienstpauschale

Die Notdienstpauschale war die einzige neue Honorarkomponente, die die Apotheker seit mehr als zehn Jahren durchgesetzt haben. Die Vergütung lässt sich politisch gut verkaufen und hat sich bei rund 280 Euro pro Nacht eingependelt.

Bewertung: Der Notdienst als Gemeinwohlaufgabe, die nur Apotheken vor Ort erbringen können, ist sicher ein guter Hebel. Allerdings sind die Steuerungseffekte auch hier begrenzt: In einigen ländlichen Regionen gibt es nur erweiterte Bereitschaftszeiten, die nicht angerechnet werden. Andererseits wird sich die Vergütung auch nicht ins Unermessliche steigern lassen, zumal einige Apotheken in entlegenen Regionen dank Dauerbereitschaft bereits in den Genuss einer hohen fünfstelligen Geldspritze gekommen sind. Wird der Bereitschaftsdienst allzu attraktiv, würde dies sicher auch Begehrlichkeiten bei den Kliniken wecken, die mit ihren Ambulanzen bereits erfolgreich den Top der niedergelassenen Ärzte angezapft haben. Eine politische Debatte über eine Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Arzneimittelversorgung wäre ein unkalkulierbares Risiko mit womöglich gravierenden Folgen. Abgesehen von der Debatte über zentrale Notdienstapotheken.

Rezepturvergütung

Versender stellen keine Rezepturen her, schon gar nicht wenn sie im Ausland sitzen. So gesehen stärkt die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe geplante Honoraranpassung die Apotheken vor Ort. Warum nicht noch einen Schluck aus der Pulle?

Bewertung: Auch hier ist das Limit schnell erreicht. Einerseits sind Rezepturen seit Jahren rückläufig, andererseits hatte schon die ABDA vor allzu großen Erwartungen gewarnt: Was passiert, wenn sich mit Zubereitungen zu viel Geld verdienen lässt, zeigt das Aufblühen der – teils kapitalgetriebenen – Herstellbetriebe im Zyto-Bereich.

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