Corona-Epidemie

RKI will Heilberufe testen dpa, 11.03.2020 12:19 Uhr

Versorgung sichern: Das RKI will möglichst viele Ärzte und Pflegekräfte vor dem Coronavirus schützen. Foto: shutterstock.com/sedatakdemir
Berlin - 

Damit das Gesundheitssystem in der Corona-Krise nicht zusammenbricht, plant das Robert Koch-Institut (RKI) offenbar spezielle Schutzmaßnahmen für Angehörige der Heilberufe. Vizepräsident Professor Dr.  Lars Schaade kann sich vorstellen, das Personal regelmäßig auf das Virus zu testen. Zuletzt hatte RKI-Präsident Professor Dr. Lothar Wieler bereits Atemmasken und Schutzbrillen ins Spiel gebracht worden.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus reicht aus Sicht des RKI der Verzicht auf Großveranstaltungen nicht aus. Die Menschen müssten sich auch überlegen, ob sie kleinere Veranstaltungen, etwa in Gaststätten oder im privaten Bereich noch besuchen wollten, insbesondere wenn es dort noch enger oder schlechter belüftet sei, sagte Schaade am Mittwoch in Berlin. Er betonte: „Wir müssen Abstand zwischen die Menschen bringen, damit es nicht zu Übertragungen kommt.“ Man appelliere an die Eigenverantwortung.

Risikogruppen rief Schaade zu Verhaltensänderungen auf. „Diese Menschen sollten ganz besonders auf die Hygieneregeln achten, sich viel die Hände waschen, Abstand zu Kranken halten, ihre Kontakte so weit wie möglich reduzieren, zum Beispiel nicht mehr auf Veranstaltungen gehen.“ Ältere, vor allem Hochaltrige, sowie Menschen mit zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen oder Krebs sollten keinen Kontakt zu Menschen mit Atemwegsinfektionen haben. Auch Kranken- und Pflegeheime müssten jetzt verstärkt Vorsicht walten lassen: „Wenn Mitarbeiter oder Besucher Symptome zeigen, dürfen sie nicht in diese Einrichtung“, sagte Schaade.

Zudem bekräftigte Schaade, dass Tests auf Sars-CoV-2 erst dann sinnvoll seien, wenn ein Patient Symptome aufweise. Ein negativer Test bei symptomlosen Menschen bedeute nicht automatisch, dass keine Infektion vorliege. Die Inkubationszeit betrage bis zu 14 Tage. Es könne sein, dass nach einem negativen Test noch Symptome auftreten und der Patient erneut getestet werden muss. „Daher wiegt ein negatives Ergebnis bei Personen ohne Symptome die Betroffenen im Zweifelsfall in falscher Sicherheit“, so Schaade. Mehrfach-Tests würden zudem unnötig Testkapazitäten binden.

Insgesamt verzeichnet das RKI inzwischen knapp 1300 Fälle bundesweit, zwei Menschen starben. Die Bild-Zeitung berichtet unter Berufung auf die Gesundheitsministerien der Länder sogar schon von 1500 Infektionen. Von einem Teil der Infizierten lägen nun Daten vor, so Schaade. Häufigste beobachtete Symptome sind demnach Husten, Fieber und Schnupfen. Darüber hinaus seien etwa allgemeine Krankheitssymptome wie Kopf-, Rücken-, Muskel- und Gelenkschmerzen verzeichnet worden, außerdem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.