Kostenlose Verhütung

Projekt Biko: Gratis-Pille aus der Apotheke APOTHEKE ADHOC, 11.09.2019 11:17 Uhr

Eine weitere Erkenntnis ist die Heterogenität der Bedarfsgruppe: Nach Frauen, die Arbeitslosengeld II beziehen, waren die zweitgrößte Gruppe solche, die trotz einer Berufstätigkeit ein zu niedriges Einkommen haben. Auch Bezieherinnen von BAföG, Grundsicherung, Wohngeld, Asylbewerberleistungsleistungsgesetz und Ausbildungsförderung zählen zu den Anspruchsberechtigten. Von ihnen hat sich bei der Kostenübernahme mehr als die Hälfte für die Langzeitverhütungsmethoden Hormonspirale (40 Prozent) oder Kupferspirale (16 Prozent) entschieden. Mit 28 Prozent wollten etwas mehr als ein Viertel die Pille erstattet bekommen. Abgeschlagen folgen Kupferkette und Vaginalring (je 4 Prozent), Depotspritze (3 Prozent) sowie Hormonimplantat und Minipille (2 Prozent).

Daten wurden jedoch nicht nur von den verhütenden Frauen erhoben, sondern auch von involvierten Apothekern und Ärzten. Die scheinen das Modell fast ausnahmslos zu unterstützen: Von 205 befragten Apothekern und Frauenärzten haben demnach 99 und 98,1 Prozent angegeben, dass sie ihren Patientinnen die Inanspruchnahme des Projekts empfehlen. 95 Prozent der Apotheker, aber nur 71,6 Prozent der Ärzte, gaben demnach an, dass sie es für sinnvoll halten, wenn sich Frauen für die Beratung in Verhütungsfragen an Pro Familia wenden. Auch die jeweils zuständigen Landesapothekerverbände und Kassenärztlichen Vereinigungen seien involviert gewesen.

Die Ergebnisse des Projekts sieht Pro Familia als Bestätigung für den Bedarf nach flächendeckender Erstattung von Verhütungsmitteln für Frauen in schwieriger wirtschaftlicher Lage. In einem zentralen Punkt widerspricht der Verein dabei seinem Förderer, dem Familienministerium: Auf dessen Initiative war nämlich mit dem „Gesetz zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ die Altersgrenze für die Kostenübernahme im SGB V heraufgesetzt worden. Seit März liegt sie nicht mehr bei 20, sondern bei 22 Jahren. Ein darüber hinausgehender Anspruch besteht nicht. „Die Ergebnisse zeigen, dass eine Altersbeschränkung, wie sie aktuell im § 24a SGB V existiert, nicht sinnvoll ist“, wendet Pro Familia dagegen ein.

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