Argumente aus dem BMG

Spahn warnt vor Rabatt-Desaster APOTHEKE ADHOC, 20.06.2019 15:07 Uhr

Im Rahmen des Sachleistungsprinzips stünden Apotheken nicht im Preiswettbewerb. „Gesetzlich Versicherte, die ein Arzneimittel im Wege der Sachleistung erhalten, schließen keinen Kaufvertrag mit der betreffenden Apotheke und bezahlen keinen Kaufpreis für das Arzneimittel.“ Daher hätten Patienten in der Regel auch keine Kenntnisse über die konkreten Preise ihrer Arzneimittel. „Ein Preiswettbewerb im Rahmen des Sachleistungsprinzips der gesetzlichen Krankenversicherung wäre daher als Wettbewerbsfaktor nicht geeignet, das eingeschränkte Leistungsangebot von Versandapotheken aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union auszugleichen, da der Preis von Arzneimitteln bei der Versorgung im Wege der Sachleistung gegenüber gesetzlich Versicherten keine Lenkungsfunktion entfaltet und aus Gründen des Gesundheitsschutzes auch nicht entfalten soll.“

Vielmehr sei es Sache der Selbstverwaltung, Wirtschaftlichkeitsreserven bei der Ausgestaltung von Kollektiv- und Selektivverträgen zu heben, um das finanzielle Gleichgewicht des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung dauerhaft zu gewährleisten. Während ein Preiswettbewerb für vergleichbare Leistungen – zum Beispiel über Rabattverträge für Generika – gewünscht sei und gefördert werde, sei ein Rabattwettbewerb von Apotheken mit Anreizen für Versicherte „problematisch“.

Dazu führt das BMG aus: „Da die Anzahl der Arzneimittelverordnungen im Rahmen des Gesundheitssystems jedoch begrenzt ist und auch durch aggressives Werben nicht gesteigert werden können, führen diese Patientenlenkungen zu wirtschaftlichen Einbußen bei anderen Anbietern. Im Endeffekt könnten dann nur wirtschaftlich starke Anbieter einen Rabattwettbewerb durchhalten.“

„Die Folgen einer qualitäts- und wirtschaftlichkeitsunabhängigen Steuerung von Patientenströmen und GKV-Umsätzen führen über die Gefährdung der wirtschaftlichen Situation der Anbieter zu Einschränkungen der Versorgung mit Arzneimitteln im Allgemeinen und im Besonderen mit der Versorgung mit pharmazeutischen Leistungen (wie zum Beispiel Betäubungsmittel, patientenindividuelle Rezepturen)“, so das BMG. GKV-Versicherte hätten aber einen Anspruch auf Versorgung mit Arzneimitteln; etwaige Einschränkungen müssten die Kassen daher ausgleichen, um eine gleichmäßige Versorgung sicherzustellen. „Diese Anstrengungen zur Kompensation wären dann für das System der sozialen Sicherung deutlich kostenintensiver als bei gleichmäßigem Angebot durch privatwirtschaftlich inhabergeführte Apotheken im Rahmen der Niederlassungsfreiheit.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Gesellschaft für Virologie

Virologen: Corona-Gefahr an Schulen nicht unterschätzen»

Tröpfcheninfektion bei Sars-CoV-2

Schützen OP-Masken auch den Träger?»

Hilfestellung für Entwicklungsländer

Corona: Studentin entwickelt Röntgensoftware»
Markt

Hüffenhardt: Nichts geht mehr

BGH lässt DocMorris abblitzen»

Bain und Cinven

Finanzinvestoren legen Abfindung für Stada-Minderheitsaktionäre fest»

4,5 Millionen mögliche Impfdosen

Moderna: Impfstoffdeal mit der Schweiz»
Politik

Bernd Rademacher tritt Simacher-Nachfolge an

Neuer Geschäftsführer beim AVWL»

Alternative zum Boni-Verbot

Eine Tour: Botendienst und Boni-Deckel»

Krankenhauszukunftsgesetz

Botendiensthonorar: Dauerhaft, aber nur 2,50 Euro»
Internationales

Notbevorratung durch Unternehmen und Regierung

Brexit: UK bunkert Arzneimittel für den Ernstfall»

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»
Pharmazie

Rückruf

Ungewöhnlicher Geschmack bei Minirin»

Rückruf

Kennzeichnungsfehler bei Loceryl»

Sichelzellerkrankungen

Adakveo: Zielgerichtet gegen Schmerzkrisen»
Panorama

Schmerzmittel ohne Erlaubnis gespritzt

Bewährung für „falschen Arzt”»

Aktion zum Schulstart

Kleeblatt-Apotheken verteilen Kinder-Atemmasken»

Indien

Arzt soll in 50 Morde verwickelt sein»
Apothekenpraxis

Kein generelles Vertriebsverbot

Nur Einzelfall: Entwarnung bei Opiumtinktur»

Supermarkt abgemahnt

Es gibt keine Apotheker-Gasse im Edeka»

Codewort am HV-Tisch

„Maske 19“: Apotheken sollen gegen häusliche Gewalt helfen»
PTA Live

Sportliche Menschen erkranken seltener

Glaukom: Sehverlust durch Bewegung abwenden»

SARS-CoV-2-Pandemie

Wann gilt das Beschäftigungsverbot für Schwangere in Apotheken?»

Cabdo-Botendienst

Geschäftsidee geplatzt: Arzneimittel per Limo-Service»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Aktivität

Laufen in der Schwangerschaft»

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Ein besonderer Bereich des Gesichts 

Augenpflege: Sanft und feuchtigkeitsspendend»

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»