BPhD: Coronakrise wird Personalmangel verschärfen

Pharmaziestudenten: Apotheken sollen gegen Covid-19 impfen APOTHEKE ADHOC, 22.04.2020 15:37 Uhr

Ergeben sich durch die epidemische Lage nationaler Tragweite Verzögerungen im Lehr- und Prüfungsbetrieb, so stelle dies „unmittelbar auch eine Gefährdung für die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und qualifizierter pharmazeutischer Beratung dar“, so der Studierendenverband. Das werde den Fachkräftemangel befeuern. „Es besteht akut die Gefahr, dass sich dieser durch Verzögerungen im Studium und den Abschnitten der Pharmazeutischen Ausbildung und Prüfung erheblich verschlechtern wird“, warnt der BPhD. In einer Sonderstellungnahme hatte der Verband deshalb gleich einen passenden Entwurf für eine Änderung der AAppO mitgeliefert. „Dennoch finden die von uns angebrachten Vorschläge zur Sicherstellung der pharmazeutischen Versorgung der Bevölkerung durch eine kontinuierliche Ausbildung qualifizierten Personals in diesem neuen Gesetzesentwurf keine Beachtung.“

Um mögliche Risiken so früh wie möglich abwenden zu können, fordere der BPhD daher mit Nachdruck eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes und eine temporäre Änderung der AAppO im Sinne seiner Vorschläge. Gleichzeitig schlagen die Studenten vor, im Kampf gegen die Pandemie auch die Kompetenzen der Apotheken auszuweiten: Denn die Durchimpfung der Bevölkerung, sobald ein Covid-19-Impfstoff verfügbar ist, wird eine Aufgabe von nationaler Dimension. Hier sollen die Apotheken mit anpacken. „Der BPhD empfiehlt, dass die entsprechenden Regelungen des § 132j SGB V so angepasst werden, dass auch Impfungen oder Immunisierungsdokumentationen, die im Zusammenhang mit COVID-19 stehen, in diesen Apotheken durchgeführt werden können.“

Die Apotheker würden qua ihres Studiums und eventueller ärztlicher Fortbildungen in dem Bereich das nötige Fachwissen mitbringen. Dabei biete es sich auch an, ach die Nutzung von elektronischen Patientenakten (ePa) zu erproben und deren Einführung gegebenenfalls vorzuziehen. „Dies erleichtert das Verfahren nicht nur für die Patientinnen und Patienten, sondern auch für die impfenden Ärztinnen und Ärzte beziehungsweise Apothekerinnen und Apotheker und kann ein zusätzliches Instrument bei der Kontrolle der Durchimpfungs- und Immunisierungsquoten darstellen.“ Besonders durch ihre Stellung als erster Ansprechpartner in Gesundheitsfragen können die Apotheken demnach einen großen Beitrag dazu leisten, Daten über die Immunisierung der Bevölkerung zu erheben, und, sofern ein Impfstoff vorliegt, die Immunisierung der Bevölkerung durch eine qualifizierte Impfaufklärung,-beratung und Durchführung vorantreiben. „Diese Stärke der Apotheken vor Ort sollte unbedingt genutzt werden“, so der BPhD.

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