„Der Gesundheitsminister macht, was er will“

Pharmaziestudent schreibt an Kramp-Karrenbauer Silvia Meixner, 18.02.2019 14:44 Uhr

Von Spahn kam aus Bühlers Sicht nur Unverbindliches: „Er argumentierte nur, dass das Rx-Versandverbot politisch und europarechtlich nicht umsetzbar sei, ohne wesentliche und wichtige Fakten darüber zu erläutern.“ Aus Bühlers Sicht sind die politischen Mehrheiten gesichert. Er schreibt an Kramp-Karrenbauer: „Ich finde keine Erklärung, warum das Gesetz nicht verabschiedet werden kann.“ Dann schiebt er noch nach: „Falls das Handeln von Herrn Spahn etwas mit seiner ‚alten‘ Freundschaft zu Max Müller, welcher im Vorstand von DocMorris zu finden ist, zu tun hätte, wäre seine Position als Minister doch zu hinterfragen.“ Gegenüber APOTHEKE ADHOC sagt er: „Die Frage ist, ob Herr Spahn als Gesundheitsminister noch tragbar ist, er handelt gegen den Koalitionsvertrag. Ich erwarte von ihm, dass er erklärt, warum das Rx-Versandverbot nicht umsetzbar ist!“

Dann erinnert er die CDU-Vorsitzende noch: „Ich hoffe, dass Sie dieses Anliegen als wichtig genug einstufen, denn auch 1,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger haben in einer Petition für den Erhalt der Apotheke vor Ort unterschrieben.“

Der Pharmaziestudent ist sicher: „Wenn das Rx-Verbot jetzt nicht eingeführt wird, wird es nie mehr kommen.“ Deshalb kämpft er, unterstützt von rund 40 Kommilitonen an der Fakultät der Pharmazie der Semmelweis-Universität in Budapest, gegen die aktuelle politische Situation. „Ich versuche, die Öffentlichkeit für das Thema zu interessieren. Die Menschen betrachten nicht die Langzeit-Folgen: Auf dem Land wird es keine Apotheken mehr geben. Und die Gewinne gehen dann an Kapitalgesellschaften, die in Deutschland keine Steuern bezahlen und bei denen nicht die Gesundheit, sondern die Dividende der Anleger im Vordergrund steht.“

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