Registrierkassengesetz

Papierindustrie gibt Entwarnung: Kein Extra-Mülleimer für Bons Lothar Klein, 05.12.2019 12:04 Uhr

Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks schaltetet sich daraufhin : „Wir reden über die Reduktion von Einwegbechern, schaffen dann aber auf der anderen Seite Müllberge aus beschichtetem Papier“, sagte Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Schneider rechnete vor: Bei durchschnittlich 100.000 Kunden je Verkaufsfiliale würden sich über fünf Milliarden Bons aus Papier im Jahr ansammeln. Das entspreche nur für das Bäckerhandwerk der 2,5-fachen Strecke von der Erde bis zum Mond. Der Verband sieht darin nicht nur Nachteile für die Umwelt, sondern auch für das Geschäft: nämlich mehr Bürokratie und höhere Kosten für Papier. Dabei wollen laut Schätzungen des Verbands nur 3 Prozent der Kunden überhaupt einen Kassenbeleg mitnehmen.

Als Reaktion auf die aufgeregte Bon-Diskussion bot Apothekensoftwareanbieter CGM Lauer in einem Mailing 17.000 Apotheken einen passen Müllbehälter an – politisch korrekt aus recyceltem Papier. Unter der Überschrift „Recycling Behälter (1 Karton)“ findet sich folgendes CGM-Angebot für 7,90 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkosten: „Zur Positionierung am Apothekenausgang: Bieten Sie Ihre Kunden direkt die Möglichkeit, ihre Kassen-Belege umweltfreundlich zu entsorgen“, schreibt CGM Lauer. „Geben Sie den kompletten Behälter nach der Befüllung verschlossen zur Müllentsorgung!“ Je nach Standort können die Interessenten zwischen zwei Varianten wählen: „Öffnung vorne: Füllkapazität 53 Liter“ oder „Öffnung oben: Füllkapazität 96 Liter“. Hergestellt ist der Mülleimer für Kassenbons FSC-zertifiziert aus 100 Prozent recyceltem Karton – aus stabiler, doppelt verstärkter Wellpappe. Bestellen muss man gleich zwei Exemplare. Offenbar erwartet CGM Lauer auch in Apotheken eine Flut an Kassenbons. Zumindest würden diese im Altpapier landen, wenn die Apotheke sammelt – was die Kritik an der Vorschrift nur bedingt abschwächt.

Das sogenannte „Registrierkassengesetz“ von 2016 schreibt vor, dass Belege ab 2020 für jeden Kunden elektronisch oder in Papierform ausgestellt werden müssen. Der Bon muss direkt beim Einkauf erstellt werden. Eine Pflicht zur Mitnahme des Bons besteht allerdings nicht – der Beleg muss lediglich zur Mitnahme zur Verfügung stehen. In den meisten Fälle wird der Beleg also im Geschäft verbleiben.

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