Overwiening: „Honorarkürzung wäre fatales Signal“

, Uhr

Die Apotheken seien in der Lage, diese für die weitere Sicherstellung des Infektionsschutzes der Menschen herausragend wichtige Aufgabe mit einer abermaligen Kraftanstrengung zu meistern, so Preis. Dabei wehrt sich der Verband gegen Vorwürfe, die Politik würde die Apotheken mit so einer Aufgabe begünstigen. „Die Apothekenteams haben hier zuletzt mit der Verteilung von 34 Millionen FFP2-Masken in kurzer Zeit – quasi von einem Tag auf den anderen – einen außerordentlichen logistischen Kraftakt geleistet“, so Preis. Und was oberflächliche Kritiker gar nicht berücksichtigen oder anerkennen würden, sei neben Logistik und Vorfinanzierung eben auch die aufwändige Beratung zu den FFP2-Masken und den sonstigen vom Gesetzgeber empfohlenen medizinischen Masken. „Wir machen das gerne, erwarten aber auch, dass unser Engagement angemessen honoriert wird“, betont Preis.

Preis warnt gleichzeitig vor steigenden Einkaufspreisen für die Apotheken. Nicht nur der starke Bedarf durch die über 60 Millionen Bezugsscheine der Krankenkassen für fast 400 Millionen FFP2-Masken und jetzt zusätzlichen gut fünf Millionen weiteren Bezugsscheinen für weitere 50 Millionen Masken führten zu einer sehr hohen Nachfrage im Markt. Auch der laufende Bedarf von Bürgern, Betrieben und Verwaltung aufgrund der Nachschärfung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften trage dazu bei. Ein Zeichen für die mittlerweile teilweise angespannte Marktsituation sei die zeitweise fehlende Lieferbarkeit von Masken in Vertriebskanälen außerhalb der Apotheken und im Internet. Es sei bereits von stark steigenden Preisen und von langen Lieferzeiten von Herstellern und Importeuren für FFP2-Masken berichtet worden.

„Andere Lieferkanäle können es sich erlauben ausverkauft zu sein. Apotheken können das nicht. Die Bürger:innen erwarten von uns zu Recht eine kontinuierliche Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Masken in ausreichender Menge. Dazu brauchen wir auch eine angemessene Vergütung“, verdeutlicht Preis. Er erteilt damit gleichzeitig eine Absage ans Ministerium, von der Vergütung, die der Bund aktuell für die Versorgung der 32 Millionen anspruchsberechtigten über 60-jährigen und Menschen mit chronischen Erkrankungen zahlt, bei den nunmehr auch anspruchsberechtigten Harz-IV-Empfängern abzuweichen. „Die Einkaufspreise für hochwertige Masken sind zurzeit höher als im Dezember, als der Preis für die erste Gruppe der Bezugsberechtigten festgelegt wurde“, stellt Preis klar.

 

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
„Wir sind schon im Niedriglohnsektor“
Neuer Mindestlohn: Was kostet das die Apotheken? »
Mehr aus Ressort
Bärbel Bas als Bundestagspräsidentin
Gesundheitspolitikerin führt den Bundestag »
Koalitionsverhandlungen
Geheimsache Gesundheitspolitik »
Weiteres
Bärbel Bas als Bundestagspräsidentin
Gesundheitspolitikerin führt den Bundestag»
Koalitionsverhandlungen
Geheimsache Gesundheitspolitik»