Nach Mordserie: Apotheker-Pflicht für Krankenhäuser

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Außerdem werden in den Kliniken Arzneimittelkommissionen eingeführt. Diese sollen Arzneimittellisten erstellen, prüfen und kontrollieren.Die Experten sollen über alle Arzneimittel, die in der Klinik zur Anwendung kommen, informiert werden. In regelmäßigen Konferenzen sollen zudem leitende Ärzte und die Chefs der Pfleger Todesfälle, Komplikationen und Zwischenfälle analysieren. Während der Schichten von Niels H. waren sowohl in Oldenburg als auch in Delmenhorst auffällig viele Patienten gestorben. Konsequenzen hatte das damals nicht.

Das neue Krankenhausgesetz sieht außerdem ein anonymes Fehlermeldesystem vor. Krankenhausmitarbeiter können so Verdachtsmomente für fehlerhaftes oder kriminelles Verhalten äußern, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Die Kliniken werden auch verpflichtet, Konzepte zum Umgang mit den beruflichen Belastungen des Personals zu entwickeln. So soll beispielsweise Supervision in therapeutischen Gesprächen den Stressabbau erleichtern.

Das Landgericht Oldenburg hatte Niels H. im Februar 2015 in fünf Fällen unter anderem wegen Mordes verurteilt. Vor Gericht hatte der heute 40-Jährige 90 Taten gestanden. Die Ermittler überprüften sogar über 200 Verdachtsfälle in Delmenhorst und Oldenburg. Um Taten nachweisen zu können, stehen noch Exhumierungen von verstorbenen Patienten bevor. Die Mordserie gilt als eine der größten in Deutschland.

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