Neue Hilfstaxe: Apotheker befürchten hohe Verluste

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Mehr noch: „Besonders ärgerlich ist zudem, dass dieser in der deutschen Industriegeschichte wohl einmalige Vorgang auch für die Zukunft fortgeschrieben wurde“, so die Arge Parezu. So erlaube die neue Vereinbarung für Wirkstoffe, die nach dem 1. März 2020 erstmalig in den Markt eingeführt werden, erneut eine rückwirkende Rabattierung in der Höhe bestimmt nach den Zahlen, die der GKV-Spitzenverband dann ermittele. Diese Rückwirkung soll für einen Zeitraum von 16 Monaten gelten.

Mit den neuen Änderungen werde die Hilfstaxe immer komplizierter und fehleranfälliger, kritisiert die Arge Parezu. Ein Wechsel der Systematik sei dem DAV wieder nicht gelungen. Die Gefahr von Retaxationen gerade für kleinere herstellende Apotheken wachse. Nach wie vor bestehe der Hauptzweck der Hilfstaxe in der Festsetzung der Rabatthöhe auf einzelne Wirkstoffe. Da mit den Biosimilars eine neue, bisher in fast allen Fällen nicht austauschbare Wirkstoffgruppe Einzug gehalten habe, würden die Rabattsätze noch unübersichtlicher als bisher. Selbst mengenmäßig unbedeutende Wirkstoffe wie Treosulfan oder Streptozocin würden einzeln geregelt. Zudem seien im generischen Bereich inzwischen Rabatthöhen bis zu 83,7 Prozent erreicht worden, die zu immer mehr Lieferengpässen bei der Versorgung führen.

Nach langem Streit hatten Apotheker und Kassen im Oktober 2018 einen Vergleich zur Hilfstaxe geschlossen: Der DAV zog seine Klage gegen den Schiedsspruch zurück, im Gegenzug stimmte der GKV-Spitzenverband zu, dass die neuen Konditionen erst ab Februar 2018 gelten und nicht wie ursprünglich beschlossen rückwirkend ab November 2017. Die Schiedsstelle hatte am 19. Januar 2018 einen Schiedsspruch zur Preisvereinbarung für parenterale Zubereitungen aus Fertigarzneimitteln in der Onkologie gefällt, der sogenannten Hilfstaxe. Diese soll jetzt mit dem Beschluss der DAV-Mitgliederversammlung angepasst werden.

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