Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit: Sinnvoll oder unnütz?

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Unterdessen ist in Thüringen die erste Kommune vorgeprescht und hat sich dabei explizit auf das Vorbild Österreich bezogen: „Österreich hat heute den Weg eingeschlagen und auch Jena hat sich entschieden, weitere Schritte für den Schutz der Bevölkerung einzuleiten“, schreibt die Stadtverwaltung. Ab kommender Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden. Das habe der Fachdienst Gesundheit angemahnt. Für Menschen, die in der systemrelevanten Infrastruktur arbeiten, sei eine Grundausstattung vorhanden – an die Bevölkerung hingegen appelliert die Stadt mit einer „eindringlichen Bitte: Nähen Sie sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasenschutz, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Jede Maske ist besser als gar keine Maske.“

Wie aus der Landes- kommen auch aus der Bundespolitik bisher uneindeutige Signale: „Wenn es Sinn macht, sollte man so etwas nicht ausschließen“, erklärte Außenminister Heiko Maas am Montag in einem Bild-Interview zu einer möglichen Maskenpflicht. Allerdings müsse dann aber auch sichergestellt sein, dass die Masken geeignet sind, um sich selbst oder andere zu schützen. „Es nützt nichts, sich irgendetwas ins Gesicht zu hängen, was überhaupt keine Schutzwirkung entfaltet“, so Maas.

Auch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat sich angesichts der Maßnahmen in Österreich reserviert und dennoch offen gezeigt: Es handele sich bei den Masken, die dort verpflichtend geworden sind, nicht um medizinische Masken, sondern lediglich um einen Mund-Nase-Schutz, wendete ein BMG-Sprecher ein. Trotzdem könne der zumindest andere vor einer Infektion schützen. Vor allem im Rahmen einer Exit-Strategie könne eine Maskenpflicht deshalb in Erwägung gezogen werden.

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