Michels: VOASG ebnet den Weg für Ketten

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Michels kritisiert dabei vor allem das löchrige Rx-Boni-Verbot. Die Mehrheit des Bundestags wolle mit dem Gesetz zwar zurück zur alten Preisbindung – allerdings nur für gesetzlich, nicht für privat versicherte Patienten. „Wir halten diese Ungleichbehandlung der Patientengruppen nicht nur für verfassungswidrig, sondern das VOASG am Ende auch für gänzlich kontraproduktiv, um die Preisbindung im Rahmen eines erneuten Verfahrens vor dem EuGH rechtfertigen zu können“, so Michels. „Unseres Erachtens droht daher absehbar der gänzliche Wegfall der Preisbindung.“

Und das werde dann noch viel tiefgreifendere Folgen haben: Der Verlust weiterer fundamentaler Prinzipien für die Vor-Ort-Apotheke wie beispielsweise das Fremd- und Mehrbesitzverbot sei dann nämlich nur noch eine Frage der Zeit, was zu gravierenden Folgen für die Arzneimittelversorgung und darüber hinaus für das gesamte bewährte Gesundheitssystem führen werde. Namhafte Rechtsexperten würden diese Sorge bestätigen. „Wir werden die Entwicklungen auch und gerade mit Blick auf die Einführung des E-Rezeptes genau beobachten und die Politik mit den eintretenden Folgen, insbesondere einem sich immer weiter zulasten der Vor-Ort-Apotheken verzerrenden Wettbewerb mit dem ausländischen Versandhandel konfrontieren.“

Zugleich werde der Verband an Konzepten arbeiten, um die Apotheken vor Ort zukunftssicher aufzustellen und so eine gute Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln und pharmazeutischer Beratung zu garantieren. Denn die neuen Dienstleistungen seien zwar ein guter Ansatz, reichten jedoch nicht aus. „Dass mit dem Gesetz die Möglichkeit geschaffen wird, künftig honorierte pharmazeutische Dienstleistungen anzubieten, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung“, so Michels. „Die Auswirkungen des Verlusts der Preisbindung werden dadurch allerdings nicht annäherungsweise kompensiert werden.“

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