HIV-Versorgung vor dem Kollaps

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ADHOC: Wie oft müssen Sie HIV-Patienten wieder nach Hause schicken?
TENBERKEN: Dass wir kapitulieren mussten, ist noch nicht vorgekommen. Wir haben uns auf diesen Bereich spezialisiert und können einen gewissen Bedarf vorrätig halten. Bis jetzt ist es uns auch immer gelungen, Ware zu besorgen. Aber Improvisieren gehört mittlerweile zum Alltag. Der Arbeitsaufwand hat sich gefühlt verdoppelt, da liegen manchmal die Nerven blank.

ADHOC: Kennen Sie ähnliche Zustände in anderen Spezialbereichen?
TENBERKEN: Wir liefern auch Onkologika, aber in der HIV-Versorgung sind die Probleme besonders eklatant. Hier kristallisiert sich derzeit das Problem, das in der einen oder anderen Ausprägung den gesamten Arzneimittelmarkt betrifft oder in Zukunft betreffen wird.

ADHOC: Was sind Ihre Forderungen?
TENBERKEN: Es gibt keinen alleinigen Schuldigen, insofern sind alle Parteien gefragt, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Die Politik sollte die Hersteller zu einer gewissen Lagerhaltung verpflichten, die Kassen sollten die Daumenschrauben lockern und die Firmen sollten dafür sorgen, dass genügend Ware vorhanden ist. Wir sind in Kontakt mit den Unternehmen und sehen auch Gesprächsbereitschaft. Aber es müssen dringend alle Interessenvertreter an einen Tisch.

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