Interview Erik Tenberken (DAH²KA)

HIV-Versorgung vor dem Kollaps

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ADHOC: Gibt es keine Reserven?
TENBERKEN: Die Industrie geht wohl davon aus, dass dies in der Verantwortung der Apotheken liegt. Deswegen wird kaum noch Ware in Deutschland vorrätig gehalten. Das ist nicht die Schuld der deutschen Niederlassungen, wo die Mitarbeiter nach meinen Erfahrungen sehr bemüht sind, sondern vielfach Konzernvorgabe. Nur: Wir Apotheken sind genauso wenig in der Lage, aus unserer Marge die Lagerhaltung zu finanzieren – abgesehen davon, dass wir nur das einkaufen können, was uns zugestanden wird.

ADHOC: Welchen Sinn machen Kontingentierungen?
TENBERKEN: Dass Ware extrem knapp zur Verfügung gestellt wird, bringt Einsparungen und soll außerdem Schiebereien verhindern. Deutschland ist nämlich längst kein Hochpreisland mehr. Die Unternehmen wollen verhindern, dass Ware abgezogen wird.

ADHOC: Welche Rolle spielen Reimporte?
TENBERKEN: Natürlich ist die Importquote auch für uns eine Last, die die Lagerkosten erhöht. Aber für die Versorgung sind Reimporte eine wichtige Alternative, wenn der Originalhersteller nicht liefern kann oder will. Allerdings finden wir es wichtig, dass die Lieferanten uns helfen, Fälschungen auszuschließen, und den von uns entwickelten Herkunftsicherstellungsbogen ausfüllen. Einige Importeure sind erfreulicherweise dabei, andere Lieferanten weigern sich, dieser Forderung nachzukommen. Kohl und Orifarm haben unter anderem als Folge Rückstellmuster eingeführt.

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