Rx-Versandverbot

Kurswechsel: ABDA sucht Alternativen Lothar Klein, 09.10.2018 14:01 Uhr

München - In die Diskussion über Alternativen zum Rx-Versandverbot kommt Bewegung: Die ABDA will sich jetzt aktiv mit Vorschlägen einbringen. Der mit Spannung erwartete Auftritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Deutschen Apothekertag (DAT) soll der Auftakt einer Suche nach „Lösungen gleicher Wirkung“ sein, kündigte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt an. Er rechnet nicht damit, dass Spahn fertige Lösungen vorlegen, sondern „Ideen und Vorschläge äußern“ wird. Im Anschluss an die Rede freue er sich auf die Gelegenheit zur Diskussion mit dem Bundesgesundheitsminister, sagte Schmidt.

Spahn werde das politische Rx-Versandverbot-Vorhaben des Koalitionsvertrages „adressieren“, so der ABDA-Präsident. Er könne aber nicht sagen, wie konkret Spahn seine Ideen vortragen werde. Alles spreche dagegen, dass Spahn „fertige Lösungen“ präsentiere. Der kritische Punkt ist laut Schmidt nicht der „Versandhandel per se“, sondern sind die durch das EuGH-Urteil geschaffenen Preisvorteile für ausländische Versandapotheken. Auch Spahn habe Interesse daran, das Thema mit politischer Sprengkraft anzugehen.

Es müsse nach „Lösungen gleicher Wirkung“ gesucht werden. Das zu schnürende Paket müsse zudem ordnungspolitisch kalkulierbar und juristisch wasserdicht sein, so Schmidt. Die ABDA sehe im Rx-Versandhandelsverbot nach wie vor die beste Lösung. Es sei aber klar, „dass man Abstriche machen“ müsse. Zunächst sei die Politik jetzt in der Pflicht, Vorschläge zu unterbreiten.

Einen Tag vor dem DAT kündigte Schmidt damit einen Kurswechsel an: Auch die ABDA sei in der „Pflicht, aktiv Vorschläge zu machen“, so Schmidt. Seit dem EuGH-Urteil hatte die ABDA stets Alternativen zum Rx-Versandhandelsverbot kategorisch abgelehnt und auf dessen Umsetzung gepocht. Die festen Arzneimittelpreise müssten erhalten bleiben, forderte der ABDA-Präsident. Wichtig sei zudem eine „professionelle Weiterentwicklung“ der Apotheken.

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