Konversionstherapien

Breiter Zuspruch für Spahns Pläne dpa/APOTHEKE ADHOC, 11.06.2019 17:40 Uhr

Zwei von schätzungsweise Tausenden Fällen pro Jahr. Zahlen gibt es nicht, aber „das Ausmaß von Konversionsversuchen ist in Deutschland viel stärker als angenommen“, sagt Jörg Litwinschuh-Barthel von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus. Selbst mit homöopathischen Mitteln wollen Ärzte Homosexualität „heilen“. Die Stiftung hat sich im Auftrag von Spahn genauer mit dem Thema beschäftigt, mit Blick auf ein mögliches Verbot. Am Dienstag wurden in Berlin Ergebnisse präsentiert. Experten und Gutachter kommen zu dem Schluss: Ein Verbot solcher „Umpolungsversuche“ ist sowohl medizinisch geboten als auch rechtlich möglich.

Spahn hat daraufhin angekündigt, dass er noch in diesem Jahr ein Verbot auf den Weg bringen will. „Konversionstherapien machen krank und sind nicht gesund“, so der Minister. Es brauche ein starkes Signal des Staates, um Homosexuelle vor Pathologisierung, Diskriminierung, Stigmatisierung und Leid zu schützen. Widerstände gegen seine Pläne muss er nicht befürchten. Denn auch die Bundesländer haben sich im Bundesrat schon für ein Verbot ausgesprochen, und aus dem Bundestag kommt ebenfalls Zustimmung.

„Es ist ein Skandal, dass im Jahr 2019 Pseudotherapien, die darauf abzielen, die homosexuelle Orientierung zu ändern, nach wie vor in Deutschland stattfinden“, sagt die bei den Grünen für Lesben- und Schwulenpolitik zuständige Sprecherin, Ulle Schauws. Die Koalition müsse nun schnell einen Gesetzentwurf vorlegen. Ähnlich äußert sich auch ihr Kollege aus der FDP-Fraktion, Jens Brandenburg: „Was keine Krankheit ist, kann man nicht heilen. Es ist gut, dass die Vorbereitung eines Verbots der menschenverachtenden Umpolungstherapien nun endlich Fahrt aufnimmt.“ Die SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis rechnet mit einer breiten Mehrheit, „denn die meisten Abgeordneten sind sich im Ziel einig: Wir wollen, dass kein Mensch mehr hierzulande unter Konversionsmaßnahmen zu leiden hat“.

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