Jeder macht mal zehn Fehler

, Uhr

Damit die AOK endlich Ruhe gab, verhandelte der Hessische Apothekerverband (HAV) eine angepasste Einverständniserklärung, mit der die Apotheken zumindest keine anderweitigen steuerrechtlichen Scherereien hatten. Wieder erzeugt die Kasse Aufwand und Kosten bei Steuerberatern, Anwälten, Verbänden und nicht zuletzt in den Apotheken, die mitten in der zweiten Corona-Welle eigentlich andere Sorgen hatten.

Dabei hat der BFH im Dezember 2020 sein Urteil im DocMorris-Streit gefällt, das erst jetzt bekannt geworden ist. Fazit: Bestellen Versicherte bei ausländischen Versendern, muss die gesamte Mehrwertsteuer gezahlt werden, auch auf den strittigen Posten des Herstellerrabatts. Von deutschen Apotheken war natürlich nicht die Rede, um die ging es in dem Verfahren ja auch gar nicht.

Alle Klagen der AOKen Hessen und Sachsen-Anhalt dürften sich damit in Wohlgefallen auflösen. Wobei es auch nicht weiter überraschen würde, wenn sie die Sache bis zum Bundessozialgericht durchklagen. Schon jetzt liegen die Gerichtskosten mit den zu erstattenden Anwaltskosten der Apotheker im sechsstelligen Bereich, interne Kosten auf Seiten der Kassen und nicht zu beziffernder Aufwand bei Apothekern und ihren Steuerberatern nicht mitgerechnet.

In den 80er-Jahren gab es das Brettspiel „Mankomania“, bei dem man möglichst schnell eine Million verjubeln sollte. Heute wären Krankenkassen wie die AOK Hessen oder die AOK Sachsen-Anhalt darin unschlagbar.

 

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
Bärbel Bas als Bundestagspräsidentin
Gesundheitspolitikerin führt den Bundestag»
Koalitionsverhandlungen
Geheimsache Gesundheitspolitik»