Kommentar

An der Sicherheit gespart Deniz Cicek-Görkem, 11.08.2017 13:27 Uhr

Berlin - Stationsapotheker erhöhen die Patientensicherheit. Trotzdem demonstrierten Klinikmitarbeiter in Hannover gegen das neue Krankenhausgesetz, das eine verpflichtende Einstellung von Apothekern vorsieht. Grund für den Protest: Die Apotheker bringen keine Patientensicherheit und sind zudem teuer. Wenn Kriminalität, Kostenfaktoren und Fachkräftemangel aufeinander treffen, verliert der Apotheker. Ein Kommentar von Deniz Cicek-Görkem.

Opfer des Ex-Pflegers Niels H. als auch deren Angehörige werden die Idee einer zusätzlichen Kontrollinstanz in der Klinik wahrscheinlich für gut befinden. Schließlich sehen zwei weitere geschulte Augen mehr. Und wer kann den Medikamentenverbrauch besser kontrollieren als Arzneimittelexperten?

Die Mordserie im Delmenhorst und Oldenburg führte zu einem Umdenken im niedersächsischen Gesundheitsministerium: Um derartige kriminelle Handlungen an Kliniken zu verhindern, sollen mehr Apotheker auf Station tätig sein. Wie leider oft bei Gesetzesänderungen: Erst müssen Menschen zu Schaden kommen oder sterben, damit etwas passiert.

Wenn man sich die Situation in anderen Ländern anschaut, sieht man gewaltige Diskrepanzen, sowohl in der Situation der Stationsapotheker als auch in der Ausbildung. Klinische Pharmazie, Pharmakologie und Pharmakotherapie nehmen fast 70 Prozent des Pharmaziestudiums in England ein, während Deutschland den Fokus auf die Pharmazeutische und Medizinische Chemie legt.

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