Kinderärzte: Corona-Attest nur im Einzelfall

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Von einer potentiellen Gefährdung bei einer Infektion könne jedoch ausgegangen werden, wenn Erkrankungen vorliegen, die die Lungenfunktion, das kardiovaskuläre System oder die Nierenfunktion in relevantem Maße beeinträchtigen. Dennoch müsse auch dies individuell geprüft werden – eine generelle Freistellung von Kindern mit angeborenem Herzfehler, Herz-Kreislauferkrankungen oder Cystischer Fibrose sei nicht sinnvoll.

Bei immunsuppressiver Therapie individuell entscheiden

Ebenfalls sei vorstellbar, dass einige Kinder mit medikamentöser Therapie, die eine relevante Immunsuppression auslöst – beispielsweise rezente Transplantation, hohe Dosis an Immunsuppression sowie häufige Abstoßung – oder Patienten, die an einem relevanten schwerwiegenden Immundefekt leiden, einen schwereren Verlauf von Covid-19 Infektion erleben könnten. Auch hier müsse im Einzelfall abgewogen werden, ob dies „in relevantem Maße“ die Immunkompetenz beeinträchtigt. Daher sei auch hier eine generelle Freistellung beispielsweise bei Rheuma nicht sinnvoll.

Auf lange Sicht könnten Schutzmaßnahmen schaden

Die Fachgesellschaft gibt außerdem zu bedenken, dass Kinder und Jugendliche – abhängig von ihrem Alter und ihrer Reife – in unterschiedlichem Umfang Maßnahmen zu ihrem Schutz, wie Abstand halten oder eine Schutzmaske tragen, verstehen und umsetzen können. Zudem müsse auch berücksichtigt werden, dass die notwendigen Maßnahmen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur für einige wenige vor uns liegende Wochen gelten, sondern viele Monate bis weit ins Jahr 2021 hinein notwendig werden“. Daher müsse die Frage ganz besonders gestellt und kritisch geprüft werden, ob die ausgesprochenen Empfehlungen den Kindern und Jugendlichen auf mittlere und lange Sicht durch eine möglicherweise allzu großzügig ausgelegte Protektionsabsicht nicht mehr schaden als nütze.

 

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