Bundestag

Auf dem Weg zu E-Health 2.0

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Berlin -

Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause hat es das E-Health-Gesetz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zur ersten Lesung in den Bundestag geschafft. Weil digital sexy ist, gab es viel Lob für die Initiative. Die hat im Wesentlichen zum Ziel, mit Zuckerbrot und Peitsche den Widerstand der Ärzte gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zu brechen. Die Digitalbeauftragten fordern mehr Tempo. Die Apotheker können hoffen, beim Medikationsplan doch noch integriert zu werden, und sich solange freuen, dass die Mediziner wenigstens ihre Software aktuell halten müssen.

Beim Versandapothekenkongress hatte Jens Koeppen (CDU), Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda, das E-Health-Gesetz unlängst als „eGK-Ermöglichungsgesetz“ bezeichnet. Auch bei der Debatte im Bundestag wurde klar, dass Gröhes Reform nur den Weg für eine digitale Infrastruktur und elektronische Patientenakten ebnen soll.

So lobten alle Politiker die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen: Man sei noch nicht bei der elektronischen Patientenakte, zu der auch Notfall- und Medikationspläne gehörten. Aber man sei auf dem Weg, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Dirk Heidenblut.

Dr. Katja Leikert (CDU) will möglichst viel Papier im Gesundheitswesen abschaffen – auch um Patienten einen autonomen Zugriff auf ihre Unterlagen zu ermöglichen. So könnten Impf- und Mutterpass oder auch Organspendeausweis auf der eGK gespeichert werden, auch e-Rezepte finde sie ganz praktisch. Sie will möglichst schnell ein zweites Gesetz nachschieben, das auch die Daten auch für die Versorgungsforschung nutzbar macht. „Dass die Informationen bei den Kassen liegen und keiner sie nutzen kann, ist ein mittelgroßer Skandal.“ Leikert appellierte an die Entscheider in der Selbstverwaltung, ihr Beharrungsvermögen aufzugeben und den Wandel aktiv zu begleiten.

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