GKV-VSG

Bundestag beschließt Versorgungsstärkungsgesetz

/ , Uhr aktualisiert am 11.06.2015 17:06 Uhr

Die große Koalition will mit dem GKV-VSG vor allem die Verteilung der Ärzte in Deutschland verändern: Überversorgung in Ballungsräumen soll entzerrt, Unterversorgung in ländlichen Regionen behoben werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sollen Terminservicestellen einrichten, um nötigenfalls Versicherten mit einem Überweisungsschein innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt zu vermitteln. Sollte dies nicht möglich sein, kann der Patient ein Krankenhaus aufsuchen.

Die Koalitionsfraktionen schlugen zuletzt einige Änderungen am Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vor, die als Zugeständnisse an die Ärzte zu sehen sind. So soll der umstrittene Aufkauf von Arztsitzen zum Abbau von Überversorgung weniger stringent durchgezogen werden als ursprünglich geplant: Zur besseren Planung des regionalen Ärztebedarfs sollen die Niederlassungsbezirke deutlich verkleinert und damit überschaubarer gemacht werden. In solchen kleineren Bezirken lasse sich dann viel besser feststellen, ob Über- oder Unterversorgung bestehe. Im Gespräch sind Bezirke von 100.000 bis 300.000 Einwohnern.

Zudem soll eine veränderte Nachfolgeregelung bei frei werdenden Arztpraxen in überversorgten Gebieten Anreize schaffen, junge Ärzte zumindest vorübergehend für eine Niederlassung auf dem Land zu gewinnen. Wenn sich ein Arzt in einem überversorgten Gebiet niederlassen wolle, gehe dies grundsätzlich nur, wenn er die Praxis von den Eltern übernehme oder vom Ehepartner oder er selbst drei Jahre lang in dieser Praxis angestellt gewesen sei. Außerdem sollen Ärzte die Möglichkeit einer solchen Praxisübernahme in einem überversorgten Gebiet bekommen, die sich zuvor für fünf Jahre in einem unterversorgten Gebiet niederlassen.

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