Kassen schwärmen für Tele-Ärzte

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Beispiel Wartezimmer

„Digitale Benachrichtigungen können auch beim Warten in der Praxis helfen, wenn Patienten eine Zeit lang rausgehen können“, sagte Gassen. Zu Wartezeiten könne es aber immer kommen: „Wenn etwa beim Hausarzt der eine mit Schnupfen kommt, der andere ein Folgerezept will, und der nächste etwas Komplexes hat. Das ist nicht vorher zu planen.“ Wartezeiten sollten aber in einem vernünftigen Verhältnis bleiben. „Keiner beschwert sich, dass er nach fünf Minuten aus der Praxis geht, wenn er vorher zehn Minuten im Wartezimmer saß. Aber zwei Stunden auf drei Minuten Arzt zu warten, ist blöd.“

Bei weiteren digitalen Angeboten kommt es generell auch auf eine funktionierende Technik, Haftungsfragen und hohen Datenschutz an. „Das Tempo ist ja nicht so schlecht“, sagte Gassen. Die meisten Praxen seien inzwischen an eine geplante Datenautobahn angeschlossen – trotz aller Schwierigkeiten, die zugelassenen Verschlüsselungsgeräte zu bekommen. Nötig sei auch rechtliche Klarheit. Ärzte nähmen den Schutz von Gesundheitsdaten sehr ernst, und Patienten wüssten das auch. „Es ist nachvollziehbar, dass kein Arzt dieses Vertrauen leichtfertig aufs Spiel setzen will mit technischen Lösungen, die er vielleicht in ihrer Datenschutztragweite nicht durchschauen kann.“

Verbraucherschützer Müller sagte, immer mehr Patienten wollten auch digitale Gesundheitsleistungen nutzen. Es sei auch sinnvoll, wenn Informationen auf einer E-Patientenakte zum Beispiel dabei helfen, mehrfaches Röntgen zu vermeiden. „Solange niemand an die Daten kommt, der das nicht darf, ist das ein Weg für eine moderne Medizin.“ Kurz vor dem Jahreswechsel tauchten indes gerade Expertenhinweise auf Sicherheitslücken bei der Datenautobahn des Gesundheitswesens auf, die nun geklärt und abgestellt werden sollen.

Die Kassen betonen grundsätzlich, das Gespräch zwischen Arzt und Patient sei ein Herzstück der Versorgung. „Wenn wir hier mit moderner Technik Entfernungen überwinden können, kann vielen Menschen geholfen werden“, sagte Stoff-Ahnis. Dabei sind die Kassenärzte optimistisch, dass attraktivere Angebote etwa der elektronischen Gesundheitskarte noch Zugkraft entwickeln. «Bisher gibt es nur eine einzige Funktion des Systems, das Abgleichen der Versichertendaten“, sagte Gassen. „Das ist ja noch keine spektakuläre Neuerung im Gesundheitswesen. Es muss plausibel sein, dass digitale Angebote für die Patienten und die Versorgung konkret etwas bringen.“

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