Importprämie für Apotheken

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Eine Auswertung alleine für das Saarland habe ergeben, dass den Apotheken 2017 im Vergleich zum Vorjahr ein Betrag in Höhe von circa 300.000 Euro gutgeschrieben wurde. „Mithin haben die saarländischen Apotheken den Krankenkassen nicht nur durch die alleinige Erfüllung der Importquote Einsparungen generiert, sondern durch eine 'Übererfüllung' der Importquote zusätzliche Einsparungen in Höhe von circa 300.000 Euro gebracht. An diesen zusätzlichen Einsparungen sind Apotheken zu beteiligen, um den organisatorischen Aufwand, den die Abgabe von Importarzneimitteln darstellt, zu kompensieren“, fordert die Kammer und schlägt vor, die Apotheken an überobligatorischen Einsparungen zu 50 Prozent zu beteiligen.

„Damit könnte des Weiteren ein Anreiz geschaffen werden, durch vermehrte Abgabe von Importen Einsparungen für die Versichertengemeinschaft zu generieren“, sieht die Kammer des Saarlandes sogar noch Steigerungspotenzial bei Importen. Mit Securpharm bestünden auch keine Sicherheitsbedenken, was Arzneimittelfälschungen anbelange.

Als Folge des Lunapharm-Skandals war zuletzt eine hitzige Debatte über die Importquote entstanden. Die ABDA fordert die Abschaffung. Auch der Abschlussbericht der Task Force zur Aufarbeitung des Lunapharm-Skandals hatte als Konsequenz aus den Versäumnissen ein totales Importverbot gefordert. Dagegen protestierte der Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands (VAD). Mit „großer Verwunderung“ stelle man fest, dass die Task Force bei der Aufarbeitung des offensichtlich kriminellen Handelns eines „Kleinsthändlers“ und dem „eklatanten Versagen der Arzneimittelaufsicht teilweise die falschen Schlüsse“ ziehe. Dem AMK-Vorsitzenden Professor Dr. Martin Schulz – Mitglied der Task Force – warf der VAD vor, sich politisch missbrauchen zu lassen.

Apotheker Markus Kerckhoff von der Schloss-Apotheke in Bergisch-Gladbach erklärte im Interview mit APOTHEKE ADHOC, dass Apotheker „dem Zauber“ ein Ende bereiten müssten. Er sieht sich und seine Kollegen – als letztes Glied in der Abgabekette – in der Verantwortung. Kerckhoff gibt in seiner Apotheke keine Importarzneimittel mehr ab – und zahlte dafür bisher bereits 6200 Euro „Strafe“ an die Kassen.

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