Homöopathie: Apotheker sprechen sich dagegen aus

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Sollen die umstrittenen Therapien nun über Apotheken bezogen werden können oder nicht? Wie eine Sprecherin des Weltapothekerverbands mitteilt, haben sich 63 Prozent der Kongressteilnehmer dagegen ausgesprochen: Homöopathische Mittel haben ihrer Ansicht nach keinen Platz in der Apotheke. Der Verband stellt allerdings klar, dass die Abstimmung nur das aktuelle ,Gefühl’ zur Homöopathie bei den Kongressteilnehmern widerspiegele und nicht deren Ansichten darstelle. „Im Moment hat die FIP keine Grundsatzerklärung zu diesem Thema abgegeben und deshalb haben wir keine Pressemitteilung herausgegeben und werden auch keine veröffentlichen”, so die Sprecherin.

Zuletzt hatte sich die Weilheimer Apothekerin Iris Hundertmark nicht nur gegen die Homöopathie in der Apotheke ausgesprochen, sondern dies auch in ihrer eigenen Apotheke umgesetzt: Sie leerte das Homöopathie-Regal und wollte nicht länger Globuli und dergleichen verkaufen. Ihre Ware schickte sie an die Lieferanten zurück. „Wir sind als Apotheker angehalten, leitliniengerecht zu beraten. Bei Homöopathie tun wir das nicht. Schulmedizin und Homöopathie werden bei der Abgabe unterschiedlich behandelt”, sagte sie kürzlich. Sie habe ein wissenschaftliches Studium absolviert und sei ethisch verpflichtet, zu sagen, was sie weiß.

Katrin Kraus von der Einhorn-Apotheke im niedersächsischen Bockenem gehört dagegen zu den Kollegen, die finden, dass alternative Heilmethoden zur Beratung und homöopathische Produkte zum Sortiment gehören. Homöopathie könne die Schulmedizin nicht ersetzen, so Kraus. „Natürlich weisen wir darauf hin.“ Die Therapieform sei eine „sinnvolle Ergänzung“. Man müsse aber ganz klar die Grenzen der Homöopathie erkennen. Und: „Wenn ich im Beratungsgespräch spüre, dass mein Gegenüber nicht offen für alternative Heilmethoden ist, versuche ich nicht die Kunden zu bekehren oder zu überreden.“

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