Hausarzt attackiert Spahn: „Jetzt müssen wir aufklären“

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Aus der Opposition kommt Kritik: „Dass der Minister jetzt lokale Lieferengpässe einräumen muss, halte ich für äußerst bedenklich“, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus. „Der Minister hätte von Anfang an darauf hinweisen sollen, dass sich am Anfang der Grippesaison zunächst Risikogruppen sowie Akteure im Gesundheitsbereich impfen lassen sollen.“ Dass der Impfstoff derzeit ungleichmäßig verteilt sei und es in einigen Regionen Engpässe gebe, hätte Spahns Ministerium früher als „Problem erkennen und mit einer Informationsstrategie entgegenwirken müssen“, so Aschenberg-Dugnus. Sie hätte hier „mehr Weitsicht erwartet“.

„Spahn fehlt ganz offensichtlich eine erkennbare Impfstrategie“, so Kordula Schulz-Asche (Grünen). „Das schafft gerade kein Vertrauen in der Bevölkerung.“ Sie verwies darauf, dass Spahn erst im Frühjahr bei der Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung „ähnlich chaotisch“ reagiert habe. Damals hatte es ebenfalls einen Aufruf, aber keinen Impfstoff gegeben.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, warf dem Minister vor, bei der Grippeimpfung Chaos angerichtet zu haben. „Wochenlang trommelt Jens Spahn dafür, sich impfen zu lassen. Doch jetzt fehlen landauf und landab die Impfdosen, und plötzlich heißt es vom Ressortchef, zunächst sollen nur Risikogruppen den Schutz erhalten“, sagte Brysch. „Das schürt maximal Verunsicherung.“

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