Grippeschutzimpfungen: Nordrhein geht voran

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Ein Zeichen hatte Spahn mit seinem zweiten Corona-Gesetzespaket gesetzt: Ärzte und Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sollen 30 Prozent mehr Grippeimpfstoff ordern können. Schon jetzt hat aber ein Hersteller erklärt, dass es für die Produktion zu spät sei und der Mehrbedarf nur aus anderen Ländern umgeleitet werden könne.

Bereits für die letzte Grippesaison hatte das PEI mit 21 Millionen Impfdosen mehr Grippeimpfstoff freigegeben als im Jahr zuvor mit knapp 16 Millionen Impfdosen. Wie viele Impfungen durchgeführt wurden, ist noch nicht ausgezählt. In der aktuellen Grippesaison sind gut 100.000 Personen in Deutschland an Grippe erkrankt. 2,1 Millionen waren wegen Verdacht auf Influenza beim Arzt. Und über 160 Erkrankte sind in Deutschland verstorben. Weltweit gibt es 2019/20 nach Schätzungen 10 Millionen stationäre Grippefälle und 650.000 Tote. In der Grippesaison 2018/19 wurden rund 15 Millionen Grippeschutzimpfungen in Arztpraxen durchgeführt. Die Impfquote der über 60-jährigen Risikogruppe lag damit bei 35 Prozent.

Um auf über 50 Prozent Impfquote zu gelangen, müssten mindestens 9 Millionen zusätzlich Impfungen durchgeführt werden – ein riesiges Potential für Apotheker. Denn auch wenn die Ärzte davon wenig halten, so zeigt sich doch, dass noch mehr Impfungen in den Praxen kaum zu bewältigen wären. Im Live-Talk mit Gabriele Regina Overwiening hatte Spahn sich die Bemerkung nicht verkneifen können, er sei gespannt, ob die Apotheker im Herbst mit den ersten Modellprojekten mithelfen könnten.

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