„Schmutzquote“

Grippeimpfstoffe: Kassen rechnen mit Millionenverlust Nadine Tröbitscher, 17.12.2018 10:00 Uhr

Wie viele Impfdosen als Verwürfe tatsächlich in den Kühlschränken der Ärzte liegen und nicht genutzt werden, lässt sich erst im Sommer 2019 beziffern. So lange dauert es bis die Ärzte die Impfleistung bei den Kassen abgerechnet und die Inventur gemacht haben. „140.000 zu viel bestellte Impfstoffe verursachen jährlich etwa 1,7 Millionen Euro unnötige Kosten für die gesetzlichen Krankenversicherungen. Dies sind vermeidbare 12 Prozent aller Impfdosen“, schrieb die AOK Niedersachsen an die Ärzte. Die Kassen erhalten keinen finanziellen Ausgleich für die zurückgegebenen Impfdosen und den entstandenen Schaden. Den Malus zahle letztlich die Versichertengemeinschaft.

Die Hersteller orientieren sich bei der Produktion an den Vorbestellungen der Ärzte und Apotheker. In dieser Saison hatten verschiedene Faktoren zu weniger Vorbestellungen geführt. Mögliche Faktoren sind das Verbot der Rabattverträge, das juristische Gezerre um den Apothekervertrag der AOK Nordost sowie lange unklare Preise. Dies könnte für Zurückhaltung bei der Vorbestellung der saisonalen Grippeimpfstoffe gesorgt haben. Das Risiko, auf den Impfdosen sitzen zu bleiben, wollte schließlich niemand übernehmen. Dazu kam das Warten erst auf die Ständige Impfstoffkommission (STIKO), dann auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Als klar war, dass die quadrivalente Vakzine zum Leistungskatalog der Kassen gehört, blieb den Herstellern nur wenig Vorlauf für die Produktion. Bereits Ende Oktober waren die Grippeimpfstoffe abverkauft.

Dafür, dass im kommenden Jahr mehr Impfstoffe weggeworfen werden müssen, spricht auch das regionale Verteilungsproblem. Denn während in einigen Regionen die Ärzte zurückhaltend geordert haben, wurden in anderen Gebieten zu viele Impfstoffe bestellt. Unter den Ärzten darf getauscht werden, darf jedoch nur in Bayern. Denn hier gibt es eine Ausnahmeregelung.

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