Engpass bei Paracetamol

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Die erhöhte Nachfrage ist auch bei Ratiopharm zu spüren. „Es gibt keinen Corona-bedingten Lieferengpass bei Paracetamol-Ratiopharm“, teilt ein Sprecher mit. „Aufgrund der aktuellen erhöhten Nachfrage kann sich bei Tabletten und Zäpfchen die Auslieferung in einzelnen Fällen etwas verzögern. Bei extrem hohen Einzelbestellungen greifen wir zudem steuernd ein, um eine flächendeckende Versorgung über die Zeit sicherzustellen.“

Für den Paracetamol-haltigen Saft räumt der Konzern jedoch vorübergehende Lieferprobleme ein. „Beim Saft kann es aufgrund des Ausfalls eines Wettbewerbers und der dadurch erhöhten Nachfrage vorübergehend zu Lieferschwierigkeiten kommen. Die Produktion weiterer Mengen läuft aber auch hier ohne Einschränkungen.“

Anfang März hatte Indien auf Produktionsausfälle aufgrund der Sars-CoV-2-Epidemie reagiert und Einschränkungen beim Export von 13 Wirkstoffen und Zubereitungen, die diese enthalten, verhängt. Betroffen war auch Paracetamol. Für den Wirkstoff gibt es in Indien vier Hersteller, fünf in China, und je einen in Frankreich und der Türkei, aber auch in den USA. Schätzungsweise in drei bis vier Monaten könnte das Exportverbot allerdings in deutschen Apotheken vor allem im OTC-Geschäft spürbar sein. Unternehmen, die die aktive Substanz aus Indien beziehen, müssen jetzt eine zweite Quelle aktivieren. Das Rennen um die chinesischen Lieferanten hat begonnen. Ob diese jedoch den Bedarf decken und den Ausfall Indiens kompensieren können, ist derzeit noch unklar.

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