Engpässe: Gehe warnt vor „Hamsterkäufen“

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Dabei betont der Hersteller, nicht prinzipiell gegen gesetzgeberische Initiativen gegen Lieferengpässe zu sein. „Maßnahmen, die Apotheken in ihrem Alltag entlasten und Patienten eine bessere Arzneimittelversorgung gewährleisten, unterstützt Gehe nach Kräften“, so die McKesson-Tochter. Damit meinen die Stuttgarter allerdings vor allem die zur Diskussion stehende Einrichtung eines Beirats beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Monitoring von Lieferengpässen. Auch ein zentrales Register, in dem alle Akteure der Arzneimittellieferkette Informationen zu Arzneimittelengpässen melden, würde demnach für mehr Transparenz im aktuellen System sorgen und findet dementsprechend die Unterstützung des Großhändlers.

Der verweist bei der Gelegenheit gleich nochmal auf seine Kritik an den Rabattverträgen als Verursachern der Engpass-Krise. So belege eine Gehe-Auswertung aus dem Dezember 2019 den Zusammenhang zwischen Rabattverträgen und Lieferengpässen: Von den zehn am häufigsten beim Großhändler nachgefragten defekten Arzneimitteln befinden sich demnach acht unter Rabattvertrag stehende Generika.

Um Lieferengpässe in Zukunft wirkungsvoll zu verringern, müsse neben mehr Transparenz die Systematik der Rabattverträge verändert „und damit eine wesentliche Ursache von Lieferengpässen angegangen werden“. Dazu sollten bei der Vergabe der Rabattverträge zunehmend qualitative Aspekte stärker gewichtet werden und zukünftig Hersteller mit unterschiedlichen Wirkstofflieferanten berücksichtigt werden. Darüber hinaus sei die Politik gefordert, die Wirkstoffproduktion in Europa zu fördern.

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