Bald stehen die Booster-Impfungen an

Droht das nächste Impfchaos?

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Teichert bezieht sich auf die aktuelle Studienlage, dass eine Auffrischimpfung oftmals nach sechs Monaten erfolgen sollte. Darüber hinaus verweist sie auf Großbritannien – dort werde schon mit den zusätzlichen Immunisierungen geplant. Im September sollen zunächst alle über 70-Jährigen die dritte Spritze erhalten. Auch Ärzt:innen und Pfleger:innen sollen schnellstmöglich einen Bosster erhalten.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) verweist darauf, dass die Frage der Notwendigkeit etwaiger Auffrischungsimpfungen aktuell noch Gegenstand klinischer Studien sei. „Die Dauer der Immunität ist ebenfalls noch Gegenstand von Untersuchungen. Es gibt noch kein immunologisches Korrelat für einen Schutz vor einer Sars-CoV-2-Infektion oder schwerem Covid-19 und ein Schwellenwert für einen Schutz ist nicht bekannt. Schutzkorrelate können ein wesentliches Kriterium sein, um die Erforderlichkeit von Auffrischungsimpfungen bestimmen zu können“, so eine Sprecherin des BMG.

Berücksichtigt werden müsste auch die geplante Impfkampagne für 12- bis 16-Jährige. Nach Kanada und den USA dürfte auch Europa demnächst Comirnaty für diese Altersgruppe freigeben, sodass es bundesweite Impfungen in Schulen geben könnte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Impfungen für Jugendliche nach dem Sommerferien in Aussicht gestellt, um den Präsenzunterricht im neuen Schuljahr zu sichern – die AHA-Regeln müssten bis zur vollständigen Immunisierung selbstverständlich weiter befolgt werden.

Und schließlich: Im Juni soll es zur allgemeinen Aufhebung der Impfpriorisierung kommen. Der Wegfall der Reihenfolge könnte einen erneuten Ansturm auf die mRNA-Impfstoffe von Biontech, Moderna und hoffentlich bald auch Curevac auslösen.

Aber wer braucht wirklich eine neue Dosis? Das könnte mittels Antikörpertest beim Arzt bestimmt werden. Auch Menschen, die eine Sars-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, könnten getestet werden. Unter Umständen könnten so die Impfintervalle verlängert und Impfdosen eingespart werden. Darüber hinaus plädieren viele Mediziner:innen und auch der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) generell für einen vermehrten Einsatz der Antikörpertests – so ließe sich auch mehr über das epidemiologische Geschehen erfassen.

 

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