Drei (ungeeignete) Reformvorschläge gegen Reimporte

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Das bedeutet, dass ein pharmazeutisches Unternehmen einen Preis für ein bestimmtes Produkt aushandelt, der überall in der EU bezahlt werden muss. Dies erfordere zwar, dass die nationalen Gesundheitssysteme die Verhandlungsmacht an eine Institution delegieren, die die Verhandlungen für sie führt – allerdings hätte die auch stichhaltige Argumente, bessere Preise auszuhandeln als die einzelstaatlichen Akteure. Denn der Binnenmarkt vereint fast 25 Prozent des weltweiten Rx-Umsatzes auf sich. Der Parallelhandel würde zwar durch einheitliche Preise spürbar reduziert und auch die Transparenz bei Veröffentlichung der Preise erhöht – jedoch könne ein Preis, der dem Durchschnitt aller Preise in den Einzelstaaten entspricht, vor allem in ärmeren EU-Ländern wiederum zu erneuten Engpässen führen.

Außerdem wäre schon die bloße Vorstellung einer einheitlichen Preisgestaltung unterkomplex erweisen, „es sei denn, die nationalen Regulierungen in den betreffenden Bereichen der Gesundheitssysteme werden angeglichen oder sogar harmonisiert“. Dies gelte insbesondere für die unterschiedlichen Erstattungssysteme, die sich nicht nur zwischen den nationalen Gesundheitssystemen unterscheiden, sondern sogar innerhalb dieser Systeme, beispielsweise in Bezug auf stationäre und ambulante Patienten, Patienten in der Primärversorgung und Behandlungen im Krankenhaus. „Zudem wäre eine EU-weite Preis-vereinbarung für viele Arzneimittel nur schwer zu erreichen, da die Präferenzen in Europa sehr unterschiedlich sind.“ Einheitspreise wären deshalb „nur theoretisch eine Option“, so das CED.

Aber was dann? Das gibt nicht vor, eine Lösung zu kennen. Vielmehr beseitige keine der genannten Optionen die durch Parallelhandel verursachten Probleme, ohne andere Fragen aufzuwerfen. „Es ist eine politische Debatte darüber erforderlich, welche Kompromisse eingegangen werden sollten“, folgert der Thinktank daraus.

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