Digitalisierung: Großer Gewinner sind die Kassen

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Sicher ist aber, dass Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) in den nächsten Jahren nicht nur die Gesundheitsversorgung, sondern auch die Rollen der einzelnen Akteure im Gesundheitswesen maßgeblich verändern werden. So werde KI vor allem in der Diagnose, Überwachung und Prävention große Bedeutung zukommen. Aber auch KI-basierten Therapieentscheidungen und digitalen Therapien wird eine große Zukunft prophezeit: „20 Prozent der ärztlichen Leistungen könnten durch KI ersetzt werden“, so die Studie. Darüber hinaus könnten demnach schon bald rund 30 Prozent aller Behandlungen durch individualisierte Therapien begleitet werden und 40 Prozent Unterstützung von digitalen Zwillingen erhalten, um Therapien vorab zu testen.

Gewinner der Entwicklung könnten vor allem die Krankenkassen sein. Sie werden der Studie zufolge „in Zukunft eine deutliche größere Rolle spielen und ihre Versicherten viel stärker als heute steuern – etwa im Hinblick auf die Nutzung bevorzugter Anbieternetzwerke für Diagnosen und Therapien“. Rund 80 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass das bereits 2025 der Fall sein wird. Dabei kommt ihnen zugute, dass sie nicht nur die gesamte Versorgungskette überblicken, sondern auch über den größten Schatz des digitalen Zeitalters verfügen: Die umfassenden Datensätze und -ströme ihrer Versicherten. Knapp die Hälfte der Befragten rechnet außerdem damit, dass Ver­sicherungen im gleichen Zeitraum digitale Diagnosen und Therapieunterstützungen anbieten werden. Nur rund ein Drittel erwartet hingegen, dass es den Versicherungen bis 2025 gelingt, die Inzidenz von Lifestyle­Erkrankungen durch direkten Einfluss auf das Verhalten der Patienten deut­lich zu reduzieren.

Damit könnten aber Grundstrukturen des deutschen Gesundheitswesens wie die freie Arztwahl bald zur Disposition stehen, langfristig aber auch das Zuweisungsverbot – wenn auch nicht formaljuristisch, aber zumindest durch die gelebte Praxis von Kassen und Gesundheitsdienstleistern. Für die bisher etablierten Akteure wird es deshalb nicht nur darum gehen, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, sondern auch ihre jeweiligen Vorteile – beispielsweise den direkten Kontakt und das Vertrauensverhältnis zu den Patienten – auszuspielen.

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