Die Linke bringt Rx-Versandverbot in den Bundestag

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Dabei führt Die Linke auch explizite Kritik DocMorris & Co. aus, ohne dabei konkrete Unternehmensnamen zu nennen. So beinhalte der Bezug von Arzneimitteln über Versandapotheken „zusätzliche Risiken und stellt oftmals eine deutliche und nicht notwendige Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten dar“. Die benötigten in einer Vielzahl von Krankheitsfällen eine fachkundige Beratung in einer wohnortnahen Apotheke, wobei eine auf die konkrete Beratungssituation angepasste Sprache und das vorgeschriebene aktive Angebot der Beratung für den Therapieerfolg entscheidend seien.

Und die Kritik geht weiter, denn die Linke argumentiert auch mit der Arzneimittelsicherheit: Viele Patienten könnten legale und illegale Versandapotheken im Internet nicht immer unterscheiden. Gleichzeitig stelle der illegale Arzneimittelversand „die größte Eintrittspforte für gefälschte Arzneimittel“ dar. Die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den Versandhandel mit Arzneimitteln prinzipiell weiter zu erlauben, aber für den Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung eine Gleichpreisigkeit herzustellen, sei zu kurz gedacht, ergänzt Gabelmann.

Ihr Antrag soll nun zusammen mit Spahns Apothekenstärkungsgesetz im Bundestag beraten werden. Von der Umsetzbarkeit zeigt Gabelmann sich überzeugt. „Die europarechtlichen Bedenken teile ich nicht“, sagt die 60-Jährige. „Mit fundierten Zahlen zur Bedrohung der Apothekenlandschaft durch den Versandhandel kann auch der EuGH überzeugt werden.“

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