DAV-Portal: Ohne Techniker-Unterstützung keine Zertifikate

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Wenn es dann so weit ist, dürfte sich für die Apotheken aber außer der URL tatsächlich nicht viel ändern. „Der grundlegende Prozess der Ausstellung bleibt gleich“, erklärt das BMG dazu. Das gilt auch für die Authentifizierung. Neu ist dann, dass nur noch auf das Portal zugreifen kann, wer bereits einen TI-Zugang hat. Das könnte für neuen Unmut sorgen, denn laut einer aktuellen Aposcope-Umfrage waren Mitte Juli zehn Prozent der Apotheken, also rund 1800 Betriebe, noch nicht an die TI angeschlossen. „Die werden definitiv nicht mitspielen“, heißt es recht lapidar von den EDV-Anbietern.

Aus Sicht der beiden IT-Experten Dr. André Zilch und Martin Tschirsich, die die Sicherheitslücke aufgedeckt hatten, geht die neue Lösung allerdings am Problem vorbei. Denn die Anmeldung läuft wie gehabt: „Bitte nutzen Sie die Zugangsdaten, die Sie für www.mein-apothekneportal.de angelegt haben“, heißt es auf der neuen Seite. Was Zilch und Tschirsich aufgedeckt haben, war aber kein IT-Problem – sondern eklatantes Versagen des DAV bei der Prüfung jener Anträge für die Zugangsdaten. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, löst das eigentliche Problem aber nicht. Wir befürworten, dass das Portal wieder online geht, wir hatten niemals eine Schließung gefordert“, sagt Zilch zur TI-Einbindung des Portals.

„Es bleibt abzuwarten, ob das die finale Lösung ist oder nur ein Zwischenschritt zu einer finalen Lösung, die die festgestellten Mängel behebt“, legt Tschirsich nach. „Wir befürworten eine Angleichung an das Sicherheitsniveau bei der Ausstellung der Zertifikate in den Arztpraxen.“ Die stellen ebenso über die TI aus – allerdings direkt in ihren Praxisverwaltungssystemen.

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