Personalmangel und Überalterung

Das große Apothekensterben – kommt erst noch dpa/APOTHEKE ADHOC, 10.02.2019 15:31 Uhr

In Brandenburg ist die Zahl der Apotheken zwar in den vergangenen zehn Jahren konstant geblieben. Doch auch dort macht der Fachkräftemangel dem Berufsstand große Sorgen: „Rund 30 Prozent der Kollegen in den Apotheken erreichen in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter“, sagte der Sprecher des Landesapothekerverbands, Mathias Braband-Trabandt. Vielerorts sei es schwierig, Nachfolger zu finden. Das liegt nach Ansicht des Verbandes auch an zu wenig verfügbaren Studienplätzen im Bereich der Pharmazie. „Eine Möglichkeit, dem zu begegnen, wäre ein Pharmaziestudium in Brandenburg, um entsprechend für Nachwuchs zu sorgen“, sagte Braband-Trabandt.

Doch nicht nur studierte Pharmazeuten rücken zu wenig nach, auch ausgebildetes Fachpersonal wie PTA und PKA sind „Goldstaub“ in der Branche, wie Bernd Viesteg sagte. Er betreibt seit 20 Jahren die Löwen Apotheke in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Dort hat sich in den vergangenen Jahren in Sachen Apothekenanzahl nicht viel getan. „Schwieriger dürfte es in zehn Jahren aussehen“, sagte er. Dann sei auch er in Rente. Zumindest habe er aber schon eine Idee, wer sein Nachfolger werden könnte. Viestegs gut 200 Kunden halten dem Apotheker schon seit Jahren die Treue. In der Apotheke erhalten sie kostenlose Beratung zu rezeptpflichtiger aber auch rezeptfreier Arznei. „Die öffentlichen Apotheken spielen eine wichtige, gesellschaftlich und politisch anerkannte und legitimierte Rolle in der Prävention“, betonte Braband-Trabandt. Doch auch er hat schon die Erfahrung gemacht, dass Kunden teure Ware wie Enzympräparate lieber online, statt bei ihm kauften.

Den Aspekt der oftmals langen Wege, gerade in der Ostprignitz, kennt auch Bernd Viesteg. „Auf unseren Lieferdienst können wir nicht mehr verzichten“, sagte er. Angefahren würden Orte in einem Radius von rund 25 Kilometern – ohne Zusatzkosten für den Kunden. Beim Versandhandel bezweifelt der Apotheker jedoch, dass dieser spezielle Rezepturen zusammenmischen würde. Im Übrigen leisteten die stationären Apotheken einen 24-Stunden-Notdienst für die Kunden. Damit die Apotheken im Land auch künftig gut aufgestellt sind, sollten sie laut Apothekerverband auf eine stärkere Kooperation mit Medizinern setzen. Auch sei eine moderne Kommunikation und digitaler Datenaustausch nötig. „Die Krankenkassenkarte als Datenträger wäre dabei ein interessanter Schritt nach vorn“, sagte auch Viesteg.

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