Personalmangel und Überalterung

Das große Apothekensterben – kommt erst noch dpa/APOTHEKE ADHOC, 10.02.2019 15:31 Uhr

Auch in Sachsen-Anhalt kennt Kammerpräsident Jens-Andreas Münch das Problem, dass junge Kollegen zunehmend das Risiko der Selbstständigkeit scheuen. Er sehe dafür verschiedene Ursachen. „Die wirtschaftliche Perspektive ist momentan schwer abschätzbar, unter anderem wegen der Konkurrenz durch Versandapotheken. Das macht uns doch ganz schön zu schaffen.“ Hinzu komme die demografische Entwicklung, vor allem in ländlichen Gebieten. Auch die Work-Life-Balance spiele gerade für Jüngere eine immer wichtigere Rolle. Viele wechselten in Tätigkeitsgebiete außerhalb der Apotheke und ließen sich zum Beispiel mit gut bezahlten Jobs in die Industrie locken.

Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen erwartet Münch auch einen deutlichen Anstieg des Versandhandels im Rx-Bereich. „Die deutschen Apotheken machen über 80 Prozent ihres Umsatzes mit Rezepten. Diese wandern zunehmend zu den Versandapotheken.“ Münch kritisierte, dass der Gesundheitsschutz auf der Strecke bleibe, wenn Patienten durch finanzielle Anreize der Versender auf den persönlichen Apothekenbesuch verzichten.

„Anders als die Apotheke vor Ort müssen ausländische Versandhandelskonzerne keine persönliche Beratung anbieten, Notdienste leisten, individuelle Rezepturen herstellen oder bestimmte Arzneimittel für den Notfall ständig bereit halten“, sagte Münch. Auch an die weiteren strengen Anforderungen des deutschen Gesetzgebers zu den Räumen und dem Personal einer Apotheke müssten sie sich nicht halten. „Ob Notdienst, individuelle Rezeptur, Notfallarzneimittel oder dringendes Antibiotikum, und alles mit persönlicher Beratung – fast jeder benötigt solche Leistungen irgendwann.“ Es sei gut, wenn dann eine Apotheke vor Ort helfen könne.

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