DAK mit neuer Retax-Stelle

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Hauptziel des Outsourcings sind – genau wie in anderen Branchen – Kosteneinsparungen. Der Dienstleister wird in der Regel pro geprüfter Rezeptzeile bezahlt. Nach Angaben der Kasse muss bei ihr jährlich ein Nettoausgabenvolumen von etwa vier Milliarden Euro verarbeitet werden. Referenz ist das Jahr 2016, in dem rund 45 Millionen Verordnungen aus öffentlichen Apotheken abgerechnet werden mussten. Dieses Volumen könne aber nicht für die Zukunft garantiert werden, so die DAK.

Die GfS wurde 1991 in Halle an der Saale gegründet und gehörte lange zur VSA. Seit langem halten sich in der Branche hartnäckig Gerüchte, wonach das Münchner Rechenzentrum bis heute hinter der Firma steht. Noch immer sind in internen Unterlagen von Noventi Bilanzposten von GfS zu finden. Seit 2014 ist der Firmensitz Radebeul bei Dresden, daneben gibt es noch eine Niederlassung in Unterschleißheim bei München. Insgesamt hat der Rezeptprüfer 120 Mitarbeiter. Laut Geschäftsführer Jamshid Javdani lag der Marktanteil auf Basis der Versichertenzahlen 2016 bei 18 Prozent – er dürfte durch den Großauftrag der DAK entsprechend wachsen.

Branchenkennern zufolge liegt der Marktanteil der hauseigenen Prüfstellen auf Grundlage der Versichertenzahlen bei über 60 Prozent. Den Rest teilen sich wenige Firmen, die größte davon Davaso, die vergangenes Jahr durch die Fusion von Inter-Forum und Syntela entstand. Rund 75 Millionen Rezepte prüft Davaso pro Jahr, 25 Kassen lassen ihre Arzneimittelabrechnungen vom Branchenprimus unter die Lupe nehmen. 19 weiteren Kassen stellt Davaso die Software zur Prüfung zur Verfügung. Über alle Produkte hinweg gehören 100 Krankenkassen mit 60 Millionen Versicherten zu den Kunden.

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