Corona-Schnelltests: Schmidt widerspricht Ärztepräsident

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Auch gegen die Abgabe von Schnelltests an die Patienten wendet sich Schmidt. „Das positive Ergebnis eines Schnelltests muss ja Konsequenzen haben“, sagt er. „Es muss ein verlässlicherer Labortest zur Bestätigung und nötigenfalls eine Meldung der nachgewiesenen Infektion erfolgen. Schon deshalb ist es unerlässlich, dass die Tests im heilberuflichen Umfeld bleiben.“ Ohnehin gebe es rechtliche Bedenken bezüglich einer solchen Abgabe an Patienten. „Die Medizinprodukteabgabeverordnung untersagt den Apothekern, solche Tests an Laien abzugeben. Die Abgabe von In-vitro-Diagnostika zum Nachweis der Erreger von Krankheiten, die im Infektionsschutzgesetz genannt sind, ist nur an medizinisches Personal und andere Fachkreise erlaubt.“ Einen solchen Schnelltest hatte das rheinland-pfälzische Unternehmen Weko erst kürzlich auf den Markt gebracht. Der Virologe Professor Dr. Alexander Kekulé in der aktuellen Ausgabe seines MDR-Podcasts Schmidts Auffassung: Er befürwortete explizit Schnelltests in Apotheken aus, die es in es in Deutschland an jeder Ecke gebe. Auch er sehe bei den Schnelltests eine geringere Genauigkeit als die PCR-Tests, dafür hätten sie den großen Vorteil, dass mit ihnen schneller flächendeckend getestet und dezentral ausgewertet werden kann. Die schnellere Verfügbarkeit sein auch psychologisch wichtig.

Vollwertige Tests auf Sars-CoV-2 hingegen seien in den Apotheken komplett tabu, betont Schmidt. Apotheker dürfen demnach keine diagnostischen Tests auf COVID-19 innerhalb der Apotheke durchführen, da dies gesetzlich Ärzten vorbehalten sei. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz vertritt eine ähnliche Haltung wie Schmidt. Sie warnte kürzlich vor einem „massenhaften Einsatz“ von Schnelltests, da diese dann regelmäßig Falschmeldungen produzieren würden. „Das Chaos wäre vorprogrammiert“, so Vorstand Eugen Brysch. Der PCR-Test, der jetzige Standardtest, ist der weltweit erste Diagnostiktest auf Sars-CoV-2. Im Labor wird bei der Probe die Erbsubstanz des Erregers isoliert. Erreger können in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen werden.

Reinhardt hatte eine Änderung der nationalen Teststrategie insbesondere vor dem Hintergrund des zeitlichen Zusammenfallens der Corona-Pandemie und der Grippesaison im Herbst und Winter gefordert. „Wir müssen eine Überlastung von Praxen und Kliniken durch Corona und Influenza unbedingt vermeiden“, so Reinhard. Auch hier widerspricht ihm Patientenschützer Brysch. Er rechne nicht mit überlaufenen Arztpraxen – erst recht dann nicht, wenn die Menschen sich jetzt gegen Grippe impfen ließen. Denn die Hygiene- und Abstandsregeln seien nicht nur ein effizienter Schutz gegen Covid-19, sondern auch gegen Influenzaviren. „Das war im Frühjahr so und wird wohl auch in der kommenden Grippesaison so sein“, so Brysch.

 

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